Unsere Weltreise

Ikonen und wilde Schluchten

Sydney & Blue Mountains

Nach unseren intensiven Wochen in Victoria heißt es für uns wieder: Flughafen, Boarding, Abflug.
Wir fliegen von Melbourne nach Sydney – und diesmal läuft alles vollkommen unspektakulär. Kein Drama auf der Startbahn, keine schlaflosen Nächte. Einfach ein ruhiger Flug, der uns in eine der bekanntesten Städte der Welt bringt.

Unsere geräumige Ferienwohnung im Stadtteil Lindfield, etwas nördlich des Zentrums, erreichen wir ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist erstaunlich, wie unkompliziert das hier funktioniert. Wir kommen an, richten uns ein, kümmern uns erstmal um ein ordentliches Abendessen – und fallen anschließend müde ins Bett.

 

Sydney Metropole der Ostküste

Am nächsten Morgen starten wir in die Stadt.

Schon nach kurzer Zeit wird uns klar: Sydney fühlt sich anders an als Melbourne.
Natürlich – die ikonischen Wahrzeichen sind da: das Opernhaus, die Harbour Bridge, The Rocks, der Darling Harbour. All das ist beeindruckend, keine Frage.

Aber das Central Business District wirkt auf uns überraschend austauschbar. Geschäftig, funktional, ein bisschen seelenlos – wie viele Innenstädte, die wir auf unserer Reise gesehen haben.

Wir merken schnell: Wir sind Melbournians.

Und trotzdem gibt es diese Momente, die alles überstrahlen.

Zum ersten Mal wieder vor dem Sydney Opera House zu stehen, ist genau so ein Moment. Dieses Gebäude, das wir unzählige Male auf Fotos gesehen haben, liegt plötzlich direkt vor uns. Die weißen Segel, das Licht, das Wasser – es ist einfach beeindruckend.

Von dort aus laufen wir durch den Royal Botanical Garden bis zum Mrs. Macquarie’s Chair. Von hier aus eröffnet sich eines der berühmtesten Panoramen der Welt: Opernhaus, Harbour Bridge und Circular Quay in perfekter Perspektive.

 

Wir bleiben eine Weile an diesem wunderbaren Ort und genießen den Moment. Dann schlendern wir lange durch die Stadt.

Das Queen Victoria Building ist ein abolutes Muss. Dieses dreistöckige Shopping Centre, das zwischen 1893 und 1898 erbaut wurde,  besticht durch seine beeindruckende Architektur im viktorianischen Stil mit Kuppeln und zwei historischen Uhren. Die Great Australian Clock erzählt bildhaft von der Geschichte Australiens.

 

Fähren, Abendlicht und ein Hauch Geschichte

Am nächsten Tag lassen wir es ruhiger angehen.
Ausschlafen. Spät frühstücken. Erst am frühen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg.

Unser Ziel: Chinatown.

Wir schlendern durch die Straßen, essen im Market City Food Court und genießen die Vielfalt – auch wenn es sich nach unseren Wochen in Asien fast ein wenig „geordnet“ anfühlt.

Danach geht es weiter zum Darling Harbour, wo wir den Nachbau der HMB Endeavour bestaunen.

Die Endeavour war das Schiff von James Cook, mit dem er 1770 die Ostküste Australiens kartierte und damit den Weg für die britische Besiedlung ebnete. Der detailgetreue Nachbau vermittelt einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen diese Reisen damals stattfanden – eng, rau und voller Ungewissheit.

Zum Sonnenuntergang steigen wir auf eine der Fähren, die hier ganz selbstverständlich Teil des öffentlichen Nahverkehrs sind – und gleichzeitig eine der schönsten Arten, sich durch die Stadt zu bewegen.

Langsam gleiten wir über das Wasser unter der Harbour Bridge hindurch Richtung Circular Quay, während die Sonne untergeht und die Skyline in warmes Licht taucht.

Den Abend verbringen wir in The Rocks, wo sich zwischen alten Sandsteingebäuden Geschichte und Gegenwart begegnen.

Sydney ist schön. Daran gibt es keinen Zweifel. 

 

Aufbruch Richtung Norden

Nach vier Tagen merken wir jedoch: Es zieht uns weiter.

Wir holen unseren nächsten Camper ab. Eine einstündige Taxifahrt bringt uns zur Abholstation. Als wir das Fahrzeug sehen, müssen wir schmunzeln – es ist genau dasselbe Modell, mit dem wir schon in Western Australia unterwegs waren.

Jeder Handgriff sitzt sofort. Wir wissen, wo alles hingehört, und sind schneller startklar als je zuvor.

Unser Ziel: Cairns, ganz im Norden an der Ostküste Australiens.

Drei Wochen haben wir dafür eingeplant. Vor uns liegen tausende Kilometer, traumhafte Strände und eine der spektakulärsten Küstenlinien der Welt.

Doch bevor wir nach Norden aufbrechen, machen wir noch einen Abstecher.

 

Blue Mountains – wilde Natur vor den Toren Sydneys

Nur wenige Stunden westlich von Sydney erreichen wir die Blue Mountains.

Und sofort verändert sich alles.

Die Landschaft wird rauer, grüner, dramatischer. Tiefe Schluchten, dichte Wälder, steile Felswände – und dieser leichte bläuliche Dunst, der den Bergen ihren Namen gibt, verursacht durch die ätherischen Öle der Eukalyptusbäume.

Wir starten mit einer Wanderung zu den Wentworth Falls.

Einige Wege sind leider aufgrund von Erdrutschen und Wartungsarbeiten gesperrt, doch das stört uns kaum. Wir genießen jeden Moment, auch wenn die Kinder insgeheim ganz froh sind, dass wir nicht den kompletten Loop laufen können.

An verschiedenen Lookouts halten wir immer wieder an, lassen den Blick über die gewaltigen Canyons schweifen.

Dann erreichen wir eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens: Die Three Sisters.

Diese markanten Felsformationen ragen aus dem Tal empor und sind ein absolutes Muss auf jeder Australienreise. Trotz der vielen Besucher hat dieser Ort etwas Faszinierendes.

 

Tief hinein in den Canyon

Nach einer Nacht auf einem einfachen Free Campground wollen wir es am nächsten Tag noch einmal richtig wissen.

Wir entscheiden uns für den Grand Canyon Walking Track. Ein Rundweg von etwa 6,5 Kilometern, der tief hinab in den Canyon führt.

Schon nach den ersten Metern merken wir: Das wird besonders.

Der Weg schlängelt sich steil nach unten, über Stufen, durch enge Passagen, vorbei an moosbewachsenen Felsen. Immer wieder überqueren wir kleine Creeks, hören das Plätschern von Wasserfällen.

Die Vegetation verändert sich komplett. Wir laufen durch einen fast subtropischen Regenwald. Farnwälder, dichtes Grün, überall tropft es. Die Luft ist feucht, aber angenehm – etwa 20 Grad.

Es ist still. Fast unwirklich.

Zwischendurch öffnen sich kleine Höhlen, bizarre Felsformationen ragen steil aus dem Boden, und immer wieder fällt Licht durch die Baumkronen.

Dieser Walk ist ohne Zweifel unser beeindruckendstes Erlebnis in den Blue Mountains.

 

Weiter Richtung Norden

Nach diesem intensiven Naturerlebnis verlassen wir die Blue Mountains.

Wir halten noch an ein paar weiteren Lookouts, schauen ein letztes Mal auf diese gewaltige Landschaft und machen uns dann auf den Weg.

Vor uns liegt ein neues Kapitel:

Unser Roadtrip entlang der Ostküste Australiens.

Warum wir uns für eine Weltreise mit schulpflichtigen Kindern entschieden haben – und was es mit unserem Mindset gemacht hat

Irgendwann gegen Ende des Jahres 2023 haben wir eine Entscheidung getroffen, die unser Leben komplett auf den Kopf stellen würde: Wir nehmen uns eine Auszeit, ein ganzes Jahr, um die Welt zu bereisen. Ein Sabbatjahr – etwas, das für uns lange wie ein schöner Traum klang, aber nie wirklich greifbar war. Doch je mehr wir uns damit befasst haben, desto klarer wurde: Das ist nicht nur ein Traum. Es ist machbar. Es braucht nur das richtige Mindset.

 

Der erste Funke: Warum eigentlich nicht?

Die Idee kam nicht über Nacht. Es war ein schleichender Prozess, ein Gedanke, der immer wieder aufkam, wenn wir von unseren langen Reisen mit unserem Wohnmobil zurückkehrten, in Reiseerinnerungen schwelgten oder uns von Dokumentationen inspirieren ließen. Eigentlich ist unsere Entscheidung im Nachhinein betrachtet nur die logische Konsequenz unserer bisherigen Reiseaktivitäten. Aber da war auch immer diese Stimme im Kopf: Geht das überhaupt? Können wir das wirklich machen? Geht das überhaupt mit schulpflichtigen Kindern?

Anfangs überwogen die Zweifel: der Job, das Haus, die Finanzen, die Schule der Kinder, all die Verpflichtungen des Alltags. Doch dann drehten wir die Frage um: Warum eigentlich nicht? Was hält uns wirklich davon ab?

Mindset: Von „irgendwann“ zu „wir Reisen Jetzt!“

Wir begannen, uns bewusster mit dem Thema zu beschäftigen. Je mehr wir darüber sprachen, desto realer wurde die Vorstellung. Wir lasen Reiseblogs, hörten Podcasts, sprachen mit Menschen, die Ähnliches gewagt hatten. Und vor allem machten wir uns klar: Es gibt immer Gründe, etwas nicht zu tun – aber wenn wir es wirklich wollen, gibt es auch Wege, es möglich zu machen. - Und diese Wege wollen wir jetzt gehen. 

Mit jedem konkreteren Gedanken wurde die Liste der Dinge, die wir klären mussten, länger. Und das war ein gutes Zeichen! Denn es bedeutete, dass wir uns nicht mehr fragten, ob wir es tun, sondern wie wir es umsetzen.

Die To-do-Liste wuchs – und unser Mut auch

Ein Sabbatjahr bedeutet weit mehr als nur eine lange Reise. Es bedeutet, sein komplettes Leben für eine Weile umzustellen. Plötzlich standen wir vor großen Fragen:

Am Anfang fühlten sich diese Fragen wie riesige Hürden an. Doch je tiefer wir einstiegen, desto mehr merkten wir: Alles ist lösbar. Manche Dinge brauchen Mut, andere eine Menge Organisation, aber nichts davon ist unmöglich.

Der Wendepunkt: Wir setzen es in Bewegung

Nachdem wir ein halbes Jahr lang an unserem Mindset gearbeitet hatten, folgten die ersten konkreten Schritte. So richtig verbindlich wurde es aber erst, als wir unseren Plan nicht mehr nur für uns behielten, sondern begannen, darüber zu sprechen. Wir erzählten Familie und Freunden davon – und plötzlich fühlte es sich nicht mehr nur wie eine Idee an, sondern wie eine Realität in der Mache.

Natürlich gab es skeptische Reaktionen. Und was ist mit eurem Betrieb? Ist das nicht riskant? Wie macht ihr das mit der Schule?

Klar, das sind berechtigte Fragen. Aber wir hatten uns bereits so intensiv damit auseinandergesetzt, dass wir darauf Antworten hatten. Und vor allem hatten wir eins: Die Überzeugung, dass wir das Richtige tun.

Irene & Sebastian | wirreisenjetzt.de

Was wir aus diesem Prozess gelernt haben

Eine Weltreise zu planen, ist eine riesige organisatorische Aufgabe. Aber die eigentliche Herausforderung beginnt im Kopf. Sich wirklich auf die Idee einzulassen, anstatt sie nur als „irgendwann mal“ abzutun – das war der größte Schritt.

Unser Learning: Wenn man sich mit einer großen Idee intensiv beschäftigt, verliert sie ihren Schrecken. Die Hürden werden greifbarer – und damit lösbarer. Und am Ende ist es oft nur eine Frage des Mindsets: Träumst Du weiter – oder setzt Du den ersten Schritt?

Wir haben unseren ersten Schritt gemacht. Unsere Reise beginnt.

Irene und Sebastian

Irene & Sebastian | wirreisenjetzt.de