Australien

Ikonen und wilde Schluchten

Sydney & Blue Mountains

Nach unseren intensiven Wochen in Victoria heißt es für uns wieder: Flughafen, Boarding, Abflug.
Wir fliegen von Melbourne nach Sydney – und diesmal läuft alles vollkommen unspektakulär. Kein Drama auf der Startbahn, keine schlaflosen Nächte. Einfach ein ruhiger Flug, der uns in eine der bekanntesten Städte der Welt bringt.

Unsere geräumige Ferienwohnung im Stadtteil Lindfield, etwas nördlich des Zentrums, erreichen wir ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist erstaunlich, wie unkompliziert das hier funktioniert. Wir kommen an, richten uns ein, kümmern uns erstmal um ein ordentliches Abendessen – und fallen anschließend müde ins Bett.

 

Sydney Metropole der Ostküste

Am nächsten Morgen starten wir in die Stadt.

Schon nach kurzer Zeit wird uns klar: Sydney fühlt sich anders an als Melbourne.
Natürlich – die ikonischen Wahrzeichen sind da: das Opernhaus, die Harbour Bridge, The Rocks, der Darling Harbour. All das ist beeindruckend, keine Frage.

Aber das Central Business District wirkt auf uns überraschend austauschbar. Geschäftig, funktional, ein bisschen seelenlos – wie viele Innenstädte, die wir auf unserer Reise gesehen haben.

Wir merken schnell: Wir sind Melbournians.

Und trotzdem gibt es diese Momente, die alles überstrahlen.

Zum ersten Mal wieder vor dem Sydney Opera House zu stehen, ist genau so ein Moment. Dieses Gebäude, das wir unzählige Male auf Fotos gesehen haben, liegt plötzlich direkt vor uns. Die weißen Segel, das Licht, das Wasser – es ist einfach beeindruckend.

Von dort aus laufen wir durch den Royal Botanical Garden bis zum Mrs. Macquarie’s Chair. Von hier aus eröffnet sich eines der berühmtesten Panoramen der Welt: Opernhaus, Harbour Bridge und Circular Quay in perfekter Perspektive.

 

Wir bleiben eine Weile an diesem wunderbaren Ort und genießen den Moment. Dann schlendern wir lange durch die Stadt.

Das Queen Victoria Building ist ein abolutes Muss. Dieses dreistöckige Shopping Centre, das zwischen 1893 und 1898 erbaut wurde,  besticht durch seine beeindruckende Architektur im viktorianischen Stil mit Kuppeln und zwei historischen Uhren. Die Great Australian Clock erzählt bildhaft von der Geschichte Australiens.

 

Fähren, Abendlicht und ein Hauch Geschichte

Am nächsten Tag lassen wir es ruhiger angehen.
Ausschlafen. Spät frühstücken. Erst am frühen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg.

Unser Ziel: Chinatown.

Wir schlendern durch die Straßen, essen im Market City Food Court und genießen die Vielfalt – auch wenn es sich nach unseren Wochen in Asien fast ein wenig „geordnet“ anfühlt.

Danach geht es weiter zum Darling Harbour, wo wir den Nachbau der HMB Endeavour bestaunen.

Die Endeavour war das Schiff von James Cook, mit dem er 1770 die Ostküste Australiens kartierte und damit den Weg für die britische Besiedlung ebnete. Der detailgetreue Nachbau vermittelt einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen diese Reisen damals stattfanden – eng, rau und voller Ungewissheit.

Zum Sonnenuntergang steigen wir auf eine der Fähren, die hier ganz selbstverständlich Teil des öffentlichen Nahverkehrs sind – und gleichzeitig eine der schönsten Arten, sich durch die Stadt zu bewegen.

Langsam gleiten wir über das Wasser unter der Harbour Bridge hindurch Richtung Circular Quay, während die Sonne untergeht und die Skyline in warmes Licht taucht.

Den Abend verbringen wir in The Rocks, wo sich zwischen alten Sandsteingebäuden Geschichte und Gegenwart begegnen.

Sydney ist schön. Daran gibt es keinen Zweifel. 

 

Aufbruch Richtung Norden

Nach vier Tagen merken wir jedoch: Es zieht uns weiter.

Wir holen unseren nächsten Camper ab. Eine einstündige Taxifahrt bringt uns zur Abholstation. Als wir das Fahrzeug sehen, müssen wir schmunzeln – es ist genau dasselbe Modell, mit dem wir schon in Western Australia unterwegs waren.

Jeder Handgriff sitzt sofort. Wir wissen, wo alles hingehört, und sind schneller startklar als je zuvor.

Unser Ziel: Cairns, ganz im Norden an der Ostküste Australiens.

Drei Wochen haben wir dafür eingeplant. Vor uns liegen tausende Kilometer, traumhafte Strände und eine der spektakulärsten Küstenlinien der Welt.

Doch bevor wir nach Norden aufbrechen, machen wir noch einen Abstecher.

 

Blue Mountains – wilde Natur vor den Toren Sydneys

Nur wenige Stunden westlich von Sydney erreichen wir die Blue Mountains.

Und sofort verändert sich alles.

Die Landschaft wird rauer, grüner, dramatischer. Tiefe Schluchten, dichte Wälder, steile Felswände – und dieser leichte bläuliche Dunst, der den Bergen ihren Namen gibt, verursacht durch die ätherischen Öle der Eukalyptusbäume.

Wir starten mit einer Wanderung zu den Wentworth Falls.

Einige Wege sind leider aufgrund von Erdrutschen und Wartungsarbeiten gesperrt, doch das stört uns kaum. Wir genießen jeden Moment, auch wenn die Kinder insgeheim ganz froh sind, dass wir nicht den kompletten Loop laufen können.

An verschiedenen Lookouts halten wir immer wieder an, lassen den Blick über die gewaltigen Canyons schweifen.

Dann erreichen wir eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens: Die Three Sisters.

Diese markanten Felsformationen ragen aus dem Tal empor und sind ein absolutes Muss auf jeder Australienreise. Trotz der vielen Besucher hat dieser Ort etwas Faszinierendes.

 

Tief hinein in den Canyon

Nach einer Nacht auf einem einfachen Free Campground wollen wir es am nächsten Tag noch einmal richtig wissen.

Wir entscheiden uns für den Grand Canyon Walking Track. Ein Rundweg von etwa 6,5 Kilometern, der tief hinab in den Canyon führt.

Schon nach den ersten Metern merken wir: Das wird besonders.

Der Weg schlängelt sich steil nach unten, über Stufen, durch enge Passagen, vorbei an moosbewachsenen Felsen. Immer wieder überqueren wir kleine Creeks, hören das Plätschern von Wasserfällen.

Die Vegetation verändert sich komplett. Wir laufen durch einen fast subtropischen Regenwald. Farnwälder, dichtes Grün, überall tropft es. Die Luft ist feucht, aber angenehm – etwa 20 Grad.

Es ist still. Fast unwirklich.

Zwischendurch öffnen sich kleine Höhlen, bizarre Felsformationen ragen steil aus dem Boden, und immer wieder fällt Licht durch die Baumkronen.

Dieser Walk ist ohne Zweifel unser beeindruckendstes Erlebnis in den Blue Mountains.

 

Weiter Richtung Norden

Nach diesem intensiven Naturerlebnis verlassen wir die Blue Mountains.

Wir halten noch an ein paar weiteren Lookouts, schauen ein letztes Mal auf diese gewaltige Landschaft und machen uns dann auf den Weg.

Vor uns liegt ein neues Kapitel:

Unser Roadtrip entlang der Ostküste Australiens.

Mit dem Camper durch Australiens Outback

Von Melbourne nach Darwin

Willkommen zu deinem nächsten Abenteuer! Stell dir vor: endlose Straßen, atemberaubende Landschaften, magische Sonnenuntergänge und das Gefühl völliger Freiheit. Diese Reise führt dich von der pulsierenden Metropole Melbourne durch das faszinierende Outback bis ins tropische Darwin. Mit einem Camper wird diese Route zu deinem persönlichen Zuhause auf vier Rädern – perfekt, um die schönsten Ecken Australiens zu entdecken. Hier nehmen wir Dich mit auf diese legendäre Strecke und geben Dir hilfreiche Tipps für Deine Reise durch das australische Outback.

Melbourne

Der perfekte Startpunkt

Deine Reise beginnt in Melbourne, einer der lebenswertesten und kulturell aufregendsten Städte der Welt – und der wohl coolsten Stadt Australiens. Bevor du deinen Camper belädst und ins Abenteuer startest, lohnt es sich, die Stadt in vollen Zügen zu genießen.

Was Melbourne so besonders macht:

Die Stadt ist bekannt für ihre lebendige Kunst- und Kulturszene. Schlendere durch die ikonischen Gassen der Innenstadt wie Hosier Lane oder AC/DC Lane, die voller beeindruckender Street-Art und Kreativität stecken. Diese versteckten Ecken laden dazu ein, ständig Neues zu entdecken – sei es ein kleines Café, eine Galerie oder ein Boutique-Shop.

Wenn du die lokale Küche und Produkte besser kennenlernen möchtest, solltest du einen Abstecher zum Queen Victoria Market machen. Hier findest du nicht nur frische Vorräte für deinen Roadtrip, sondern auch zahlreiche Food-Stände, die internationale Leckerbissen anbieten.

Entspannung und Natur:

Falls du ein wenig Natur in der Stadt suchst, bieten sich der Royal Botanic Gardens oder ein Spaziergang entlang des Yarra River an. Diese grünen Oasen sind perfekt, um eine Pause vom urbanen Trubel zu machen und Kraft für die bevorstehende Reise zu tanken.

Tipp vor dem Roadtrip:

Stelle sicher, dass dein Camper vollständig ausgestattet ist! Neben Wasser- und Benzinkanistern sowie einer Grundausstattung an Lebensmitteln solltest du auch an Dinge wie Kartenmaterial (falls das Netz im Outback versagt) und Erste-Hilfe-Kits denken.

Die Great Ocean Road

Spektakuläre Küstenlandschaften

Kaum bist du aus Melbourne heraus, erwartet dich ein echtes Highlight: die Great Ocean Road. Diese weltberühmte Küstenstraße schlängelt sich entlang schroffer Klippen und vorbei an traumhaften Stränden. Die Zwölf Apostel, riesige Kalksteinfelsen im Meer, sind ein absolutes Must-See.

Must-Stops:

  • Bells Beach: Ein Paradies für Surfer.

  • Apollo Bay: Perfekt für einen kurzen Strandspaziergang.

  • Cape Otway: Besuche den Leuchtturm und halte Ausschau nach Koalas.

Tipp: Plane genügend Zeit für Fotostopps ein und tanke den Camper regelmäßig auf – Tankstellen sind hier seltener als du denkst.

Grampians National Park

Wanderparadies mit Aussicht

Von der Küste geht’s ins Inland zu den majestätischen Grampians. Hier kannst du beeindruckende Wanderungen unternehmen, Wasserfälle bestaunen und mehr über die Kultur der Aborigines erfahren. Die Aussicht vom Pinnacle Lookout wird dich umhauen!

Tipp: Die Grampians sind bekannt für ihre Tierwelt – halte die Kamera bereit für Kängurus und Emus.

Barossa Valley

Genuss für alle Sinne

Jetzt wird es genussvoll: Das Barossa Valley ist eines der bekanntesten Weinbaugebiete Australiens. Gönn dir eine Weinverkostung und genieße regionale Spezialitäten, bevor es weiter ins Outback geht.

Tipp: Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, kannst du auf einem der vielen Weingüter übernachten – ein unvergessliches Erlebnis.

 

Port Augusta

Das Tor zum Outback

Port Augusta wird oft als das "Tor zum Outback" bezeichnet. Hier solltest du dich noch einmal mit Vorräten eindecken und den Camper checken lassen. Ab jetzt beginnt der echte Outback-Teil deiner Reise.

Flinders Ranges

Rote Berge und wilde Schluchten

Die Flinders Ranges sind ein beeindruckendes Gebirge, das besonders bei Sonnenaufgang und -untergang in einem spektakulären Rot leuchtet. Ein Abstecher nach Wilpena Pound, einem natürlichen Amphitheater, ist ein absolutes Highlight.

Tipp: Trage festes Schuhwerk und achte auf ausreichenden Sonnenschutz – die Sonne kann hier gnadenlos sein.

Coober Pedy

Die Stadt unter der Erde

Willkommen in der Opalhauptstadt der Welt! Coober Pedy ist berühmt für seine unterirdischen Häuser und Hotels, die die Bewohner vor der Wüstenhitze schützen. Besuche eine Opalmine oder übernachte in einem unterirdischen Hostel.

Tipp: Probiere die regionale Spezialität „Känguru-Steak“ und erkunde die bizarre Mondlandschaft außerhalb der Stadt.

Uluru und Kata Tjuta

Magie im Herzen Australiens

Kein Outback-Roadtrip wäre komplett ohne einen Besuch beim Uluru (Ayers Rock) und den nahegelegenen Kata Tjuta (Olgas). Der Anblick des Uluru bei Sonnenaufgang oder -untergang ist absolut magisch. Nimm an einer geführten Tour teil, um mehr über die spirituelle Bedeutung dieses Ortes für die Anangu, die traditionellen Besitzer, zu erfahren.

Tipp: Bleib respektvoll und halte dich an die Regeln der Aborigines, insbesondere was das Klettern auf den Uluru betrifft (das inzwischen verboten ist).

Kings Canyon

Atemberaubende Schluchten

Eine Wanderung entlang des Kings Canyon Rim Walk gehört zu den unvergesslichen Momenten dieses Roadtrips. Der Blick in die tiefe Schlucht ist atemberaubend.

Tipp: Starte früh am Morgen, um der Mittagshitze zu entgehen, und nimm genügend Wasser mit.

Stuarts Well Roadhouse

Ein singender Dingo

Auf dem Weg nach Alice Springs solltest du einen Zwischenstopp im Stuarts Well Roadhouse einlegen. Hier lebt ein ganz besonderer Bewohner: ein Dingo, der „singt“!

Tipp: Nutze die Roadhouses entlang des Stuart Highway, um Benzin zu tanken und kleine Pausen einzulegen.

Alice Springs

Das Herz des Outbacks

Alice Springs ist der perfekte Ort, um ein paar Tage zu entspannen und das Outback-Leben zu erleben. Besuche den Royal Flying Doctor Service oder erkunde den Alice Springs Desert Park.

Tipp: Die Stadt ist auch der Ausgangspunkt für Touren in die West MacDonnell Ranges.

Devils Marbles

Mystische Felsformationen

Die Devils Marbles (Karlu Karlu) sind riesige Granitkugeln, die wie zufällig aufeinander gestapelt wirken. Sie sind ein heiliger Ort der Aborigines und ein großartiger Fotostopp.

Mataranka

Heiße Quellen

Nach all der Outback-Hitze kannst du in den natürlichen Thermalquellen von Mataranka wunderbar entspannen. Das türkisfarbene Wasser ist angenehm warm und kristallklar.

Nitmiluk National Park

Schluchten und Wasserfälle

Nitmiluk, auch bekannt als Katherine Gorge, beeindruckt mit seinen tiefen Schluchten und Wasserfällen. Hier kannst du Kajak fahren oder eine Bootstour machen.

Kakadu National Park

UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe

Der Kakadu National Park bietet dir eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften, Tierwelt und Aborigine-Kultur. Die Yellow Water Cruises bringen dich ganz nah an Krokodile und exotische Vögel heran. Am Ubirr Rock kannst du uralte Felsmalereien bewundern und eine unglaubliche Aussicht genießen.

Litchfield National Park

Tropische Oasen

Kurz vor Darwin wartet der Litchfield National Park mit tropischen Wasserfällen und natürlichen Pools auf dich – ideal für eine letzte Abkühlung.

Darwin

Charmante Hauptstadt des Northern Territory

Nach Wochen auf der Straße erreichst du das tropische Darwin. Diese lebendige Stadt ist der perfekte Ort, um deinen Roadtrip gebührend abzuschließen. Genieße die Märkte, die Strände und die entspannte Atmosphäre.

Tipps für deine Reise durchs Outback

  • Tankstellen: Tanke, wann immer du kannst. Die Abstände zwischen den Tankstellen sind enorm.
  • Vorräte: Nimm immer genügend Wasser und Lebensmittel mit – mindestens 5 Liter Wasser pro Person und Tag.
  • Navigation: Verlass dich nicht ausschließlich auf GPS. Eine physische Straßenkarte kann im Outback Gold wert sein.
  • Tiere: Fahre vorsichtig, besonders in der Dämmerung – Kängurus sind bekannt dafür, plötzlich die Straße zu überqueren.
  • Kommunikation: Ein Satellitentelefon oder ein Notfallgerät wie ein EPIRB kann in abgelegenen Gebieten lebensrettend sein.

Fazit

Ein Roadtrip von Melbourne nach Darwin ist mehr als nur eine Reise – es ist ein Abenteuer, das du nie vergessen wirst. Du wirst die Vielfalt Australiens erleben, von rauen Küsten und roten Wüsten bis hin zu tropischen Regenwäldern. Mit diesen Tipps und deinem Camper bist du perfekt ausgestattet, um das Outback in vollen Zügen zu genießen.

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Spare Zeit und starte entspannt in deinen Urlaub, ohne lange recherchieren zu müssen.

Ikonen und wilde Schluchten

Sydney & Blue Mountains

Nach unseren intensiven Wochen in Victoria heißt es für uns wieder: Flughafen, Boarding, Abflug.
Wir fliegen von Melbourne nach Sydney – und diesmal läuft alles vollkommen unspektakulär. Kein Drama auf der Startbahn, keine schlaflosen Nächte. Einfach ein ruhiger Flug, der uns in eine der bekanntesten Städte der Welt bringt.

Unsere geräumige Ferienwohnung im Stadtteil Lindfield, etwas nördlich des Zentrums, erreichen wir ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist erstaunlich, wie unkompliziert das hier funktioniert. Wir kommen an, richten uns ein, kümmern uns erstmal um ein ordentliches Abendessen – und fallen anschließend müde ins Bett.

 

Sydney Metropole der Ostküste

Am nächsten Morgen starten wir in die Stadt.

Schon nach kurzer Zeit wird uns klar: Sydney fühlt sich anders an als Melbourne.
Natürlich – die ikonischen Wahrzeichen sind da: das Opernhaus, die Harbour Bridge, The Rocks, der Darling Harbour. All das ist beeindruckend, keine Frage.

Aber das Central Business District wirkt auf uns überraschend austauschbar. Geschäftig, funktional, ein bisschen seelenlos – wie viele Innenstädte, die wir auf unserer Reise gesehen haben.

Wir merken schnell: Wir sind Melbournians.

Und trotzdem gibt es diese Momente, die alles überstrahlen.

Zum ersten Mal wieder vor dem Sydney Opera House zu stehen, ist genau so ein Moment. Dieses Gebäude, das wir unzählige Male auf Fotos gesehen haben, liegt plötzlich direkt vor uns. Die weißen Segel, das Licht, das Wasser – es ist einfach beeindruckend.

Von dort aus laufen wir durch den Royal Botanical Garden bis zum Mrs. Macquarie’s Chair. Von hier aus eröffnet sich eines der berühmtesten Panoramen der Welt: Opernhaus, Harbour Bridge und Circular Quay in perfekter Perspektive.

 

Wir bleiben eine Weile an diesem wunderbaren Ort und genießen den Moment. Dann schlendern wir lange durch die Stadt.

Das Queen Victoria Building ist ein abolutes Muss. Dieses dreistöckige Shopping Centre, das zwischen 1893 und 1898 erbaut wurde,  besticht durch seine beeindruckende Architektur im viktorianischen Stil mit Kuppeln und zwei historischen Uhren. Die Great Australian Clock erzählt bildhaft von der Geschichte Australiens.

 

Fähren, Abendlicht und ein Hauch Geschichte

Am nächsten Tag lassen wir es ruhiger angehen.
Ausschlafen. Spät frühstücken. Erst am frühen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg.

Unser Ziel: Chinatown.

Wir schlendern durch die Straßen, essen im Market City Food Court und genießen die Vielfalt – auch wenn es sich nach unseren Wochen in Asien fast ein wenig „geordnet“ anfühlt.

Danach geht es weiter zum Darling Harbour, wo wir den Nachbau der HMB Endeavour bestaunen.

Die Endeavour war das Schiff von James Cook, mit dem er 1770 die Ostküste Australiens kartierte und damit den Weg für die britische Besiedlung ebnete. Der detailgetreue Nachbau vermittelt einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen diese Reisen damals stattfanden – eng, rau und voller Ungewissheit.

Zum Sonnenuntergang steigen wir auf eine der Fähren, die hier ganz selbstverständlich Teil des öffentlichen Nahverkehrs sind – und gleichzeitig eine der schönsten Arten, sich durch die Stadt zu bewegen.

Langsam gleiten wir über das Wasser unter der Harbour Bridge hindurch Richtung Circular Quay, während die Sonne untergeht und die Skyline in warmes Licht taucht.

Den Abend verbringen wir in The Rocks, wo sich zwischen alten Sandsteingebäuden Geschichte und Gegenwart begegnen.

Sydney ist schön. Daran gibt es keinen Zweifel. 

 

Aufbruch Richtung Norden

Nach vier Tagen merken wir jedoch: Es zieht uns weiter.

Wir holen unseren nächsten Camper ab. Eine einstündige Taxifahrt bringt uns zur Abholstation. Als wir das Fahrzeug sehen, müssen wir schmunzeln – es ist genau dasselbe Modell, mit dem wir schon in Western Australia unterwegs waren.

Jeder Handgriff sitzt sofort. Wir wissen, wo alles hingehört, und sind schneller startklar als je zuvor.

Unser Ziel: Cairns, ganz im Norden an der Ostküste Australiens.

Drei Wochen haben wir dafür eingeplant. Vor uns liegen tausende Kilometer, traumhafte Strände und eine der spektakulärsten Küstenlinien der Welt.

Doch bevor wir nach Norden aufbrechen, machen wir noch einen Abstecher.

 

Blue Mountains – wilde Natur vor den Toren Sydneys

Nur wenige Stunden westlich von Sydney erreichen wir die Blue Mountains.

Und sofort verändert sich alles.

Die Landschaft wird rauer, grüner, dramatischer. Tiefe Schluchten, dichte Wälder, steile Felswände – und dieser leichte bläuliche Dunst, der den Bergen ihren Namen gibt, verursacht durch die ätherischen Öle der Eukalyptusbäume.

Wir starten mit einer Wanderung zu den Wentworth Falls.

Einige Wege sind leider aufgrund von Erdrutschen und Wartungsarbeiten gesperrt, doch das stört uns kaum. Wir genießen jeden Moment, auch wenn die Kinder insgeheim ganz froh sind, dass wir nicht den kompletten Loop laufen können.

An verschiedenen Lookouts halten wir immer wieder an, lassen den Blick über die gewaltigen Canyons schweifen.

Dann erreichen wir eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens: Die Three Sisters.

Diese markanten Felsformationen ragen aus dem Tal empor und sind ein absolutes Muss auf jeder Australienreise. Trotz der vielen Besucher hat dieser Ort etwas Faszinierendes.

 

Tief hinein in den Canyon

Nach einer Nacht auf einem einfachen Free Campground wollen wir es am nächsten Tag noch einmal richtig wissen.

Wir entscheiden uns für den Grand Canyon Walking Track. Ein Rundweg von etwa 6,5 Kilometern, der tief hinab in den Canyon führt.

Schon nach den ersten Metern merken wir: Das wird besonders.

Der Weg schlängelt sich steil nach unten, über Stufen, durch enge Passagen, vorbei an moosbewachsenen Felsen. Immer wieder überqueren wir kleine Creeks, hören das Plätschern von Wasserfällen.

Die Vegetation verändert sich komplett. Wir laufen durch einen fast subtropischen Regenwald. Farnwälder, dichtes Grün, überall tropft es. Die Luft ist feucht, aber angenehm – etwa 20 Grad.

Es ist still. Fast unwirklich.

Zwischendurch öffnen sich kleine Höhlen, bizarre Felsformationen ragen steil aus dem Boden, und immer wieder fällt Licht durch die Baumkronen.

Dieser Walk ist ohne Zweifel unser beeindruckendstes Erlebnis in den Blue Mountains.

 

Weiter Richtung Norden

Nach diesem intensiven Naturerlebnis verlassen wir die Blue Mountains.

Wir halten noch an ein paar weiteren Lookouts, schauen ein letztes Mal auf diese gewaltige Landschaft und machen uns dann auf den Weg.

Vor uns liegt ein neues Kapitel:

Unser Roadtrip entlang der Ostküste Australiens.