Australien

Zuhause auf Zeit

Perth, Abschied vom Camper und ein Abflug mit Überraschungen

Nach Wochen im Wohnmobil fühlt sich die Rückkehr nach Perth beinahe unwirklich an. Kein Motorengeräusch mehr unter uns, kein abendliches Suchen nach einem Stellplatz, kein Zusammenklappen von Tischen und Stühlen. Stattdessen: ein Haus. Ein echtes Haus.

Zum ersten Mal wagen wir einen Haustausch über die Plattform HomeExchange – und kommen in Bassendean, einem ruhigen Vorort nordöstlich von Perth nahe dem Swan Valley, bei Sandra und Noel an. Die beiden ehemaligen Merinoschaf-Farmer überlassen uns ihr Haus mit dem kleinen, liebevoll gepflegten Garten für eine Woche. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen. Auf der Terrasse weht ein leichter Wind durch die Bäume, drinnen wartet eine voll ausgestattete Küche, Bücherregale, Sofas, jeder Platz und Rückzugsräume.

Wir dürfen sogar Sandras Auto nutzen. Dieses Vertrauen berührt uns. HomeExchange ist ein erstaunliches Konzept – kein anonymes Mietverhältnis, sondern ein gegenseitiges Öffnen von Türen und Leben. Man spürt, dass hier Menschen reisen, nicht nur Profile.

Zunächst aber heißt es Abschied nehmen. Wir laden das Wohnmobil aus, sortieren, waschen, fegen Sand aus jeder Ritze. Es ist erstaunlich, wie viel Sand sich in vier Wochen ansammeln. Am nächsten Morgen bringen Maximilian und Sebastian den Camper zurück. Als sie ohne ihn zurückkommen, ist es seltsam still. Dieses Fahrzeug war unser Zuhause, unser Schutzraum, unser ständiger Begleiter. Nun steht es wieder auf dem Hof des Vermieters, bereit für die nächsten Reisenden.

Wir hingegen genießen es, einfach einmal nichts zu müssen. Der nächste Tag gehört dem Ankommen. Ausschlafen. Kochen. Lesen. Ein bisschen Alltag inmitten unserer Reise.

 

Ein Abend in Perth

Am Abend fahren wir alleine mit dem Zug in die Stadt. Die Kinder bleiben zuhause – alt genug, selbstständig genug, und ehrlich gesagt genießen sie es ebenfalls, einmal ohne uns zu sein.

Perth empfängt uns mit milder Abendluft. Wir schlendern am Elizabeth Quay, wo sich die kyline im Swan River spiegelt, es herrscht eine entspannte Stimmung, überall gibt es Parks und Grün. Perth ist eine tolle Stadt!

Weiter geht es zum modernen Bell Tower, dessen Glas und Stahl im Dunkeln fast futuristisch wirken. Dann noch über die Barrack Street und zum lebendigen Yagan Square, wo junge Menschen sitzen, lachen, essen.

 

Der Höhepunkt für uns an diesem Abend: ein Abendessen zu zweit. Gespräche ohne Unterbrechung. Keine Reise-Logistik, kein Organisieren, kein „Mama, wo ist ...?“. Es fühlt sich ungewohnt und gleichzeitig vertraut an. Als wir spät zurückkommen, erzählen auch die Kinder von ihrem entspannten Abend. Manchmal tut Abstand gut – besonders innerhalb einer Reise.

 

Fremantle – Mauern voller Geschichten

Am nächsten Tag sind wir wieder als Familie gemeinsam unterwegs. Ziel: Fremantle.

Schon von Weitem erhebt sich sichtbar das massive Sandsteingebäude des Fremantle Prison. Zwischen 1850 und 1991 war es in Betrieb, ursprünglich von Sträflingen errichtet, die als Gefangene aus Großbritannien nach Australien deportiert wurden. Das Gefängnis gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der besterhaltenen Beispiele kolonialer Strafanstalten.

 

Unser Guide führt uns durch enge Zellen, karge Innenhöfe und düstere Korridore. Er erzählt äußerst unterhaltsam von spektakulären Ausbruchsversuchen, von Einzelhaft, von Gefangenen, die hier Jahrzehnte verbrachten. Von Revolten, Skandalen, Auspeitschungen. Die Geschichten sind lebendig, manchmal erschütternd, manchmal erstaunlich menschlich. Wir hören gebannt zu. Geschichte wird greifbar – und plötzlich sehr nah.

Draußen in der Sonne wirkt Fremantle fast heiter. Die historischen Gebäude entlang der Straßen, die liebevoll restaurierten Fassaden, die Cafés und kleinen Läden – all das verleiht der Stadt einen besonderen Charme. In den Fremantle Markets essen wir im Food Court zu Mittag, schlendern anschließend zum Round House, dem ältesten erhaltenen Gebäude Westaustraliens aus dem Jahr 1831, und spazieren durch den grünen Esplanade Park.

Fremantle gefällt uns. Hier spürt man noch den Geist der Pioniere, der Hafenarbeiter, der Auswanderer. Eine Stadt mit Geschichte – und Charakter.

 

Sonne, Wellen und Wein

Der nächste Tag gehört dem Meer. Es ist heiß, also fahren wir nach Scarborough Beach. Stundenlang springen wir in die kräftige Brandung des Indischen Ozeans, lassen uns von Wellen tragen, liegen im warmen Sand. Ein klassischer australischer Sommertag – salzige Haut, sonnengebleichte Haare, das Rauschen des Meeres im Ohr.

An unserem letzten Tag in Perth zieht es uns ins Swan Valley, eine der ältesten Weinregionen Australiens, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Zwischen sanften Hügeln liegen Weingüter, kleine Brauereien und Cafés. Beim traditionsreichen Sandalford Winery picknicken Familien unter schattigen Bäumen, Gläser klirren, Kinder spielen im Gras. Die Stimmung ist entspannt, beinahe mediterran.

Im nahegelegenen Whiteman Park spazieren wir durch weite Grünflächen, sehen Kängurus im hohen Gras und genießen noch einmal diese ruhige, fast ländliche Atmosphäre. Was für ein toller Abschluss unserer Reise durch Western Australia!

 

Der Abflug, der keiner war

Irgendwann kommt auf jeder Reise dieser Moment, in dem man wieder packt. Mittler weile nicht mehr hektisch, nicht panisch – sondern eher routiniert. Wir wissen inzwischen ziemlich genau, was in welchen Koffer gehört, damit wir die Gewichtsobergrenze einhalten. Wir wissen, wer kontrolliert, ob alle Ladekabel eingepackt sind, wer sich um online-Check in und Boardingpässe kümmert und wer garantiert noch einmal „Habt ihr wirklich alles eingepackt?“ fragt.

Melbourne wartet auf uns! Drei Stunden Flug. Drei Stunden Zeitverschiebung. Ein Nachtflug, der uns – so die optimistische Theorie – schlafend ans Ziel bringen sollte.

Wir sind früh am Flughafen Perth, geben entspannt unser Gepäck auf und genießen noch einmal die Lounge. Snacks, Getränke, bequeme Sessel – wir fühlen uns wie erfahrene Vielflieger. Alles läuft wie am Schnürchen. Boarding pünktlich. Sitze bequem. Die Kinder erstaunlich kooperativ.

Das Flugzeug rollt zur Startbahn. Die Triebwerke heulen auf. - Und verstummen wieder.

Man merkt sofort: Das war nicht geplant.

Ein Moment der Stille. Dann rollt die Maschine ein Stück weiter. Hält erneut. Man hört dieses typische Klicken, Summen, Aufheulen – und wieder nichts. Statt abzuheben, stehen wir plötzlich einfach nur da. Auf der Startbahn. Im Nirgendwo zwischen Gate und Abflug.

Dann die Durchsage des Captains. Ruhig, professionell, aber eindeutig: Beim finalen Motorencheck ist ein Problem aufgetreten. Das linke Triebwerk funktioniert nicht. Techniker kommen an Bord. Wir beobachten durch die offene Cockpit-Tür Ingenieure, die konzentriert mit dem Piloten diskutieren. Man sieht Gesten, Stirnrunzeln, Kopfschütteln. Es dauert. Und irgendwann fällt die Entscheidung:

„Dieses Flugzeug wird heute nicht starten.“

Also zurück zum Gate und wieder raus aus dem Flieger. Es ist inzwischen kurz nach zwei Uhr nachts. Am Gate dann die Info: es wird ein Ersatzflugzeug gestellt, das auch bald erscheint. Doch boarden dürfen wir nicht. Stattdessen heißt es nun: holt bitte euer Gepäck wieder ab, wir starten erst um 6 Uhr morgens. Also ab zum Gepäckband, Koffer vom Band nehmen und weiter warten. Dann die Info, dass wir erneut einchecken müssen.

Eine Unterkunft wird uns nicht gestellt – offenbar gilt „Nacht am Flughafen“ als integratives Reiseerlebnis. Irene und die Mädels sichern sich einen halbwegs gemütlichen Platz in einem geschlossenen Café, während Maximilian und Sebastian sich in Geduld und Schlange stehen üben.

Als wir zum zweiten Mal in dieser Nacht endlich unsere Boardingpässe in der Hand halten, dämmert es draußen bereits. Immerhin bekommen wir Frühstücksgutscheine. Kaffee um fünf Uhr morgens ist ein echter Lebensretter.

Und irgendwann, als wir kaum noch unterscheiden können, ob wir müde oder einfach nur leer sind, sitzen wir erneut im Flugzeug. Dieses Mal starten die Triebwerke ohne Drama. Kein Zögern. Kein zweiter Versuch. Und während Perth unter uns kleiner wird, schauen wir uns an und müssen schmunzeln.

Dinge wie diese passieren eben. (Gut, dass der Defekt vor dem Abflug erkannt wurde und nicht zu spät!)

Aber genau das ist es ja. Reisen ist nicht nur Sonnenuntergang am Strand. Es ist auch Startbahn um zwei Uhr nachts mit Ingenieuren im Gang.

Und ganz ehrlich? Das bleibt hängen. Melbourne wartet trotzdem.

Mit dem Camper durch Australiens Outback

Von Melbourne nach Darwin

Willkommen zu deinem nächsten Abenteuer! Stell dir vor: endlose Straßen, atemberaubende Landschaften, magische Sonnenuntergänge und das Gefühl völliger Freiheit. Diese Reise führt dich von der pulsierenden Metropole Melbourne durch das faszinierende Outback bis ins tropische Darwin. Mit einem Camper wird diese Route zu deinem persönlichen Zuhause auf vier Rädern – perfekt, um die schönsten Ecken Australiens zu entdecken. Hier nehmen wir Dich mit auf diese legendäre Strecke und geben Dir hilfreiche Tipps für Deine Reise durch das australische Outback.

Melbourne

Der perfekte Startpunkt

Deine Reise beginnt in Melbourne, einer der lebenswertesten und kulturell aufregendsten Städte der Welt – und der wohl coolsten Stadt Australiens. Bevor du deinen Camper belädst und ins Abenteuer startest, lohnt es sich, die Stadt in vollen Zügen zu genießen.

Was Melbourne so besonders macht:

Die Stadt ist bekannt für ihre lebendige Kunst- und Kulturszene. Schlendere durch die ikonischen Gassen der Innenstadt wie Hosier Lane oder AC/DC Lane, die voller beeindruckender Street-Art und Kreativität stecken. Diese versteckten Ecken laden dazu ein, ständig Neues zu entdecken – sei es ein kleines Café, eine Galerie oder ein Boutique-Shop.

Wenn du die lokale Küche und Produkte besser kennenlernen möchtest, solltest du einen Abstecher zum Queen Victoria Market machen. Hier findest du nicht nur frische Vorräte für deinen Roadtrip, sondern auch zahlreiche Food-Stände, die internationale Leckerbissen anbieten.

Entspannung und Natur:

Falls du ein wenig Natur in der Stadt suchst, bieten sich der Royal Botanic Gardens oder ein Spaziergang entlang des Yarra River an. Diese grünen Oasen sind perfekt, um eine Pause vom urbanen Trubel zu machen und Kraft für die bevorstehende Reise zu tanken.

Tipp vor dem Roadtrip:

Stelle sicher, dass dein Camper vollständig ausgestattet ist! Neben Wasser- und Benzinkanistern sowie einer Grundausstattung an Lebensmitteln solltest du auch an Dinge wie Kartenmaterial (falls das Netz im Outback versagt) und Erste-Hilfe-Kits denken.

Die Great Ocean Road

Spektakuläre Küstenlandschaften

Kaum bist du aus Melbourne heraus, erwartet dich ein echtes Highlight: die Great Ocean Road. Diese weltberühmte Küstenstraße schlängelt sich entlang schroffer Klippen und vorbei an traumhaften Stränden. Die Zwölf Apostel, riesige Kalksteinfelsen im Meer, sind ein absolutes Must-See.

Must-Stops:

  • Bells Beach: Ein Paradies für Surfer.

  • Apollo Bay: Perfekt für einen kurzen Strandspaziergang.

  • Cape Otway: Besuche den Leuchtturm und halte Ausschau nach Koalas.

Tipp: Plane genügend Zeit für Fotostopps ein und tanke den Camper regelmäßig auf – Tankstellen sind hier seltener als du denkst.

Grampians National Park

Wanderparadies mit Aussicht

Von der Küste geht’s ins Inland zu den majestätischen Grampians. Hier kannst du beeindruckende Wanderungen unternehmen, Wasserfälle bestaunen und mehr über die Kultur der Aborigines erfahren. Die Aussicht vom Pinnacle Lookout wird dich umhauen!

Tipp: Die Grampians sind bekannt für ihre Tierwelt – halte die Kamera bereit für Kängurus und Emus.

Barossa Valley

Genuss für alle Sinne

Jetzt wird es genussvoll: Das Barossa Valley ist eines der bekanntesten Weinbaugebiete Australiens. Gönn dir eine Weinverkostung und genieße regionale Spezialitäten, bevor es weiter ins Outback geht.

Tipp: Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, kannst du auf einem der vielen Weingüter übernachten – ein unvergessliches Erlebnis.

 

Port Augusta

Das Tor zum Outback

Port Augusta wird oft als das "Tor zum Outback" bezeichnet. Hier solltest du dich noch einmal mit Vorräten eindecken und den Camper checken lassen. Ab jetzt beginnt der echte Outback-Teil deiner Reise.

Flinders Ranges

Rote Berge und wilde Schluchten

Die Flinders Ranges sind ein beeindruckendes Gebirge, das besonders bei Sonnenaufgang und -untergang in einem spektakulären Rot leuchtet. Ein Abstecher nach Wilpena Pound, einem natürlichen Amphitheater, ist ein absolutes Highlight.

Tipp: Trage festes Schuhwerk und achte auf ausreichenden Sonnenschutz – die Sonne kann hier gnadenlos sein.

Coober Pedy

Die Stadt unter der Erde

Willkommen in der Opalhauptstadt der Welt! Coober Pedy ist berühmt für seine unterirdischen Häuser und Hotels, die die Bewohner vor der Wüstenhitze schützen. Besuche eine Opalmine oder übernachte in einem unterirdischen Hostel.

Tipp: Probiere die regionale Spezialität „Känguru-Steak“ und erkunde die bizarre Mondlandschaft außerhalb der Stadt.

Uluru und Kata Tjuta

Magie im Herzen Australiens

Kein Outback-Roadtrip wäre komplett ohne einen Besuch beim Uluru (Ayers Rock) und den nahegelegenen Kata Tjuta (Olgas). Der Anblick des Uluru bei Sonnenaufgang oder -untergang ist absolut magisch. Nimm an einer geführten Tour teil, um mehr über die spirituelle Bedeutung dieses Ortes für die Anangu, die traditionellen Besitzer, zu erfahren.

Tipp: Bleib respektvoll und halte dich an die Regeln der Aborigines, insbesondere was das Klettern auf den Uluru betrifft (das inzwischen verboten ist).

Kings Canyon

Atemberaubende Schluchten

Eine Wanderung entlang des Kings Canyon Rim Walk gehört zu den unvergesslichen Momenten dieses Roadtrips. Der Blick in die tiefe Schlucht ist atemberaubend.

Tipp: Starte früh am Morgen, um der Mittagshitze zu entgehen, und nimm genügend Wasser mit.

Stuarts Well Roadhouse

Ein singender Dingo

Auf dem Weg nach Alice Springs solltest du einen Zwischenstopp im Stuarts Well Roadhouse einlegen. Hier lebt ein ganz besonderer Bewohner: ein Dingo, der „singt“!

Tipp: Nutze die Roadhouses entlang des Stuart Highway, um Benzin zu tanken und kleine Pausen einzulegen.

Alice Springs

Das Herz des Outbacks

Alice Springs ist der perfekte Ort, um ein paar Tage zu entspannen und das Outback-Leben zu erleben. Besuche den Royal Flying Doctor Service oder erkunde den Alice Springs Desert Park.

Tipp: Die Stadt ist auch der Ausgangspunkt für Touren in die West MacDonnell Ranges.

Devils Marbles

Mystische Felsformationen

Die Devils Marbles (Karlu Karlu) sind riesige Granitkugeln, die wie zufällig aufeinander gestapelt wirken. Sie sind ein heiliger Ort der Aborigines und ein großartiger Fotostopp.

Mataranka

Heiße Quellen

Nach all der Outback-Hitze kannst du in den natürlichen Thermalquellen von Mataranka wunderbar entspannen. Das türkisfarbene Wasser ist angenehm warm und kristallklar.

Nitmiluk National Park

Schluchten und Wasserfälle

Nitmiluk, auch bekannt als Katherine Gorge, beeindruckt mit seinen tiefen Schluchten und Wasserfällen. Hier kannst du Kajak fahren oder eine Bootstour machen.

Kakadu National Park

UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe

Der Kakadu National Park bietet dir eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften, Tierwelt und Aborigine-Kultur. Die Yellow Water Cruises bringen dich ganz nah an Krokodile und exotische Vögel heran. Am Ubirr Rock kannst du uralte Felsmalereien bewundern und eine unglaubliche Aussicht genießen.

Litchfield National Park

Tropische Oasen

Kurz vor Darwin wartet der Litchfield National Park mit tropischen Wasserfällen und natürlichen Pools auf dich – ideal für eine letzte Abkühlung.

Darwin

Charmante Hauptstadt des Northern Territory

Nach Wochen auf der Straße erreichst du das tropische Darwin. Diese lebendige Stadt ist der perfekte Ort, um deinen Roadtrip gebührend abzuschließen. Genieße die Märkte, die Strände und die entspannte Atmosphäre.

Tipps für deine Reise durchs Outback

  • Tankstellen: Tanke, wann immer du kannst. Die Abstände zwischen den Tankstellen sind enorm.
  • Vorräte: Nimm immer genügend Wasser und Lebensmittel mit – mindestens 5 Liter Wasser pro Person und Tag.
  • Navigation: Verlass dich nicht ausschließlich auf GPS. Eine physische Straßenkarte kann im Outback Gold wert sein.
  • Tiere: Fahre vorsichtig, besonders in der Dämmerung – Kängurus sind bekannt dafür, plötzlich die Straße zu überqueren.
  • Kommunikation: Ein Satellitentelefon oder ein Notfallgerät wie ein EPIRB kann in abgelegenen Gebieten lebensrettend sein.

Fazit

Ein Roadtrip von Melbourne nach Darwin ist mehr als nur eine Reise – es ist ein Abenteuer, das du nie vergessen wirst. Du wirst die Vielfalt Australiens erleben, von rauen Küsten und roten Wüsten bis hin zu tropischen Regenwäldern. Mit diesen Tipps und deinem Camper bist du perfekt ausgestattet, um das Outback in vollen Zügen zu genießen.

Du planst gerade eine Reise nach Australien? 
 

Wir haben anhand unserer Erfahrungen vor Ort unsere ganz persönlichen Highlights für dich zusammengestellt. 

Entdecke die schönsten Strände, spektakulärsten Landschaften, viele Ausflugstipps und Must Sees.

Spare Zeit und starte entspannt in deinen Urlaub, ohne lange recherchieren zu müssen.

Zuhause auf Zeit

Perth, Abschied vom Camper und ein Abflug mit Überraschungen

Nach Wochen im Wohnmobil fühlt sich die Rückkehr nach Perth beinahe unwirklich an. Kein Motorengeräusch mehr unter uns, kein abendliches Suchen nach einem Stellplatz, kein Zusammenklappen von Tischen und Stühlen. Stattdessen: ein Haus. Ein echtes Haus.

Zum ersten Mal wagen wir einen Haustausch über die Plattform HomeExchange – und kommen in Bassendean, einem ruhigen Vorort nordöstlich von Perth nahe dem Swan Valley, bei Sandra und Noel an. Die beiden ehemaligen Merinoschaf-Farmer überlassen uns ihr Haus mit dem kleinen, liebevoll gepflegten Garten für eine Woche. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen. Auf der Terrasse weht ein leichter Wind durch die Bäume, drinnen wartet eine voll ausgestattete Küche, Bücherregale, Sofas, jeder Platz und Rückzugsräume.

Wir dürfen sogar Sandras Auto nutzen. Dieses Vertrauen berührt uns. HomeExchange ist ein erstaunliches Konzept – kein anonymes Mietverhältnis, sondern ein gegenseitiges Öffnen von Türen und Leben. Man spürt, dass hier Menschen reisen, nicht nur Profile.

Zunächst aber heißt es Abschied nehmen. Wir laden das Wohnmobil aus, sortieren, waschen, fegen Sand aus jeder Ritze. Es ist erstaunlich, wie viel Sand sich in vier Wochen ansammeln. Am nächsten Morgen bringen Maximilian und Sebastian den Camper zurück. Als sie ohne ihn zurückkommen, ist es seltsam still. Dieses Fahrzeug war unser Zuhause, unser Schutzraum, unser ständiger Begleiter. Nun steht es wieder auf dem Hof des Vermieters, bereit für die nächsten Reisenden.

Wir hingegen genießen es, einfach einmal nichts zu müssen. Der nächste Tag gehört dem Ankommen. Ausschlafen. Kochen. Lesen. Ein bisschen Alltag inmitten unserer Reise.

 

Ein Abend in Perth

Am Abend fahren wir alleine mit dem Zug in die Stadt. Die Kinder bleiben zuhause – alt genug, selbstständig genug, und ehrlich gesagt genießen sie es ebenfalls, einmal ohne uns zu sein.

Perth empfängt uns mit milder Abendluft. Wir schlendern am Elizabeth Quay, wo sich die kyline im Swan River spiegelt, es herrscht eine entspannte Stimmung, überall gibt es Parks und Grün. Perth ist eine tolle Stadt!

Weiter geht es zum modernen Bell Tower, dessen Glas und Stahl im Dunkeln fast futuristisch wirken. Dann noch über die Barrack Street und zum lebendigen Yagan Square, wo junge Menschen sitzen, lachen, essen.

 

Der Höhepunkt für uns an diesem Abend: ein Abendessen zu zweit. Gespräche ohne Unterbrechung. Keine Reise-Logistik, kein Organisieren, kein „Mama, wo ist ...?“. Es fühlt sich ungewohnt und gleichzeitig vertraut an. Als wir spät zurückkommen, erzählen auch die Kinder von ihrem entspannten Abend. Manchmal tut Abstand gut – besonders innerhalb einer Reise.

 

Fremantle – Mauern voller Geschichten

Am nächsten Tag sind wir wieder als Familie gemeinsam unterwegs. Ziel: Fremantle.

Schon von Weitem erhebt sich sichtbar das massive Sandsteingebäude des Fremantle Prison. Zwischen 1850 und 1991 war es in Betrieb, ursprünglich von Sträflingen errichtet, die als Gefangene aus Großbritannien nach Australien deportiert wurden. Das Gefängnis gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der besterhaltenen Beispiele kolonialer Strafanstalten.

 

Unser Guide führt uns durch enge Zellen, karge Innenhöfe und düstere Korridore. Er erzählt äußerst unterhaltsam von spektakulären Ausbruchsversuchen, von Einzelhaft, von Gefangenen, die hier Jahrzehnte verbrachten. Von Revolten, Skandalen, Auspeitschungen. Die Geschichten sind lebendig, manchmal erschütternd, manchmal erstaunlich menschlich. Wir hören gebannt zu. Geschichte wird greifbar – und plötzlich sehr nah.

Draußen in der Sonne wirkt Fremantle fast heiter. Die historischen Gebäude entlang der Straßen, die liebevoll restaurierten Fassaden, die Cafés und kleinen Läden – all das verleiht der Stadt einen besonderen Charme. In den Fremantle Markets essen wir im Food Court zu Mittag, schlendern anschließend zum Round House, dem ältesten erhaltenen Gebäude Westaustraliens aus dem Jahr 1831, und spazieren durch den grünen Esplanade Park.

Fremantle gefällt uns. Hier spürt man noch den Geist der Pioniere, der Hafenarbeiter, der Auswanderer. Eine Stadt mit Geschichte – und Charakter.

 

Sonne, Wellen und Wein

Der nächste Tag gehört dem Meer. Es ist heiß, also fahren wir nach Scarborough Beach. Stundenlang springen wir in die kräftige Brandung des Indischen Ozeans, lassen uns von Wellen tragen, liegen im warmen Sand. Ein klassischer australischer Sommertag – salzige Haut, sonnengebleichte Haare, das Rauschen des Meeres im Ohr.

An unserem letzten Tag in Perth zieht es uns ins Swan Valley, eine der ältesten Weinregionen Australiens, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Zwischen sanften Hügeln liegen Weingüter, kleine Brauereien und Cafés. Beim traditionsreichen Sandalford Winery picknicken Familien unter schattigen Bäumen, Gläser klirren, Kinder spielen im Gras. Die Stimmung ist entspannt, beinahe mediterran.

Im nahegelegenen Whiteman Park spazieren wir durch weite Grünflächen, sehen Kängurus im hohen Gras und genießen noch einmal diese ruhige, fast ländliche Atmosphäre. Was für ein toller Abschluss unserer Reise durch Western Australia!

 

Der Abflug, der keiner war

Irgendwann kommt auf jeder Reise dieser Moment, in dem man wieder packt. Mittler weile nicht mehr hektisch, nicht panisch – sondern eher routiniert. Wir wissen inzwischen ziemlich genau, was in welchen Koffer gehört, damit wir die Gewichtsobergrenze einhalten. Wir wissen, wer kontrolliert, ob alle Ladekabel eingepackt sind, wer sich um online-Check in und Boardingpässe kümmert und wer garantiert noch einmal „Habt ihr wirklich alles eingepackt?“ fragt.

Melbourne wartet auf uns! Drei Stunden Flug. Drei Stunden Zeitverschiebung. Ein Nachtflug, der uns – so die optimistische Theorie – schlafend ans Ziel bringen sollte.

Wir sind früh am Flughafen Perth, geben entspannt unser Gepäck auf und genießen noch einmal die Lounge. Snacks, Getränke, bequeme Sessel – wir fühlen uns wie erfahrene Vielflieger. Alles läuft wie am Schnürchen. Boarding pünktlich. Sitze bequem. Die Kinder erstaunlich kooperativ.

Das Flugzeug rollt zur Startbahn. Die Triebwerke heulen auf. - Und verstummen wieder.

Man merkt sofort: Das war nicht geplant.

Ein Moment der Stille. Dann rollt die Maschine ein Stück weiter. Hält erneut. Man hört dieses typische Klicken, Summen, Aufheulen – und wieder nichts. Statt abzuheben, stehen wir plötzlich einfach nur da. Auf der Startbahn. Im Nirgendwo zwischen Gate und Abflug.

Dann die Durchsage des Captains. Ruhig, professionell, aber eindeutig: Beim finalen Motorencheck ist ein Problem aufgetreten. Das linke Triebwerk funktioniert nicht. Techniker kommen an Bord. Wir beobachten durch die offene Cockpit-Tür Ingenieure, die konzentriert mit dem Piloten diskutieren. Man sieht Gesten, Stirnrunzeln, Kopfschütteln. Es dauert. Und irgendwann fällt die Entscheidung:

„Dieses Flugzeug wird heute nicht starten.“

Also zurück zum Gate und wieder raus aus dem Flieger. Es ist inzwischen kurz nach zwei Uhr nachts. Am Gate dann die Info: es wird ein Ersatzflugzeug gestellt, das auch bald erscheint. Doch boarden dürfen wir nicht. Stattdessen heißt es nun: holt bitte euer Gepäck wieder ab, wir starten erst um 6 Uhr morgens. Also ab zum Gepäckband, Koffer vom Band nehmen und weiter warten. Dann die Info, dass wir erneut einchecken müssen.

Eine Unterkunft wird uns nicht gestellt – offenbar gilt „Nacht am Flughafen“ als integratives Reiseerlebnis. Irene und die Mädels sichern sich einen halbwegs gemütlichen Platz in einem geschlossenen Café, während Maximilian und Sebastian sich in Geduld und Schlange stehen üben.

Als wir zum zweiten Mal in dieser Nacht endlich unsere Boardingpässe in der Hand halten, dämmert es draußen bereits. Immerhin bekommen wir Frühstücksgutscheine. Kaffee um fünf Uhr morgens ist ein echter Lebensretter.

Und irgendwann, als wir kaum noch unterscheiden können, ob wir müde oder einfach nur leer sind, sitzen wir erneut im Flugzeug. Dieses Mal starten die Triebwerke ohne Drama. Kein Zögern. Kein zweiter Versuch. Und während Perth unter uns kleiner wird, schauen wir uns an und müssen schmunzeln.

Dinge wie diese passieren eben. (Gut, dass der Defekt vor dem Abflug erkannt wurde und nicht zu spät!)

Aber genau das ist es ja. Reisen ist nicht nur Sonnenuntergang am Strand. Es ist auch Startbahn um zwei Uhr nachts mit Ingenieuren im Gang.

Und ganz ehrlich? Das bleibt hängen. Melbourne wartet trotzdem.