Australien - Die Ostküste

Roadtrip durch Western Australia - Teil 3

Von Esperance nach Perth – Küstenträume und Urzeitwälder in Western Australia

Great Ocean Drive

Es ist Zeit, Esperance hinter uns zu lassen. Und doch tun wir es nicht sofort. Bevor wir den langen Weg zurück nach Westen antreten, fahren wir noch einmal hinaus – auf den Great Ocean Drive, jene rund 40 Kilometer lange Panoramastraße, die sich wie ein türkisfarbenes Versprechen um die Küste südlich von Esperance legt.

Der Great Ocean Drive ist kein Geheimtipp, sondern ein Klassiker. Und genau das spürt man. Hier sind deutlich mehr Menschen unterwegs als in Cape Le Grand, wo wir in den vergangenen Tagen die Einsamkeit beinahe für uns allein hatten. Vielleicht genießen wir die Küste deshalb noch bewusster – wissend, dass wir das wilde, stille Paradies bereits erlebt haben.

Wir halten an Twilight Beach, wo sich ein markanter Felsen – der „Jump Rock“ – sanft aus der geschützten Bucht erhebt. Kinder springen lachend ins glasklare Wasser, während das Meer in allen Schattierungen zwischen Aquamarin und tiefem Blau leuchtet. Weiter geht es zu Nine Mile Beach, Ten Mile Beach und Eleven Mile Beach – endlose Bögen aus schneeweißem Sand, die sich scheinbar unendlich am Horizont verlieren.

An der Nine Mile Lagoon bleiben wir länger stehen. Das Wasser ist ruhig, fast spiegelglatt. Von oben erkennen wir dunkle Schatten im Flachwasser – Rochen, die gemächlich über den sandigen Grund gleiten, und weiter draußen auch Haie, ruhig und selbstbewusst, als gehörte ihnen dieser Ozean. Was vermutlich auch stimmt.

Ein letzter Stopp führt uns zum Pink Lake. Oder besser gesagt: zum ehemaligen Pink Lake. Einst schimmerte der See tatsächlich rosafarben, verursacht durch salzliebende Mikroorganismen und Algen, die Beta-Carotin produzieren. Doch durch veränderte Salzkonzentrationen infolge menschlicher Eingriffe verlor der See seine charakteristische Färbung. Heute liegt er blass und unscheinbar in der Landschaft – ein leiser Hinweis darauf, wie empfindlich selbst spektakuläre Naturphänomene sind.

Mit all diesen Bildern im Kopf – weißer Sand, rundgeschliffene Granitfelsen, türkises Wasser – treten wir den langen Rückweg an. Der Abstecher nach Esperance und Cape Le Grand war jede einzelne Stunde wert. Doch er bedeutet auch Strecke. Viel Strecke.

Im Osten beginnt die endlose Nullarbor-Ebene – tausende Kilometer nahezu vegetationslose Weite. Also heißt es für uns: umkehren. Zurück nach Westen.

Die Landschaft wird monoton. Buschland, Himmel, Straße. Der Horizont flimmert in der Hitze. Wir fahren, so weit wir können, schaffen an diesem Tag knapp 300 Kilometer und landen schließlich auf einem kleinen Campground in Jerramungup. Ein Barbecue unter freiem Himmel, ein paar neugierige Kängurus in der Abenddämmerung – und wir fallen müde in unsere Betten.

 

Albany & der Torndirrup Nationalpark

Am nächsten Morgen brechen wir nach einem ruhigen Frühstück auf. Wieder liegt eine lange Strecke vor uns. Unser erstes Ziel nach rund 200 Kilometern ist Whalers Cove bei Albany.

Hier befand sich eine der letzten aktiven Walfangstationen Australiens. Bis in die 1970er Jahre wurden in Albany noch Pott- und Buckelwale verarbeitet. Heute ist die ehemalige Station ein Museum, das die industrielle Walfanggeschichte dokumentiert – nüchtern, informativ, ohne Verklärung. Es ist gut, dass diese Zeit vorbei ist. Heute gelten Wale als schützenswerte Giganten der Meere.

Whalers Beach liegt da wie gemalt: feinster weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, mächtige Granitblöcke, vom Meer rund geschliffen. Unweit des Strandes entspringen die Vancouver Springs, eine der wenigen Süßwasserquellen dieser Region.

Weiter geht es nach Misery Beach, einer kleinen geschützten Bucht mit fast karibischem Flair, und zum Salmon Beach, bekannt für seine Lachszüge entlang der Küste. Hier wirkt alles friedlich, ein paar Angler versuchen ihr Glück.

Doch im Südwesten des Torndirrup Nationalparks ändert sich die Stimmung schlagartig. Die Landschaft wird schroff, rau, beinahe dramatisch. Hier verläuft die geologische Bruchkante, an der sich Australien vor etwa 100 Millionen Jahren von der Antarktis löste. Gewaltige Felsformationen zeugen noch heute von dieser Trennung.

Wir stehen auf dem Skywalk über The Gap, einem tief eingeschnittenen Felsspalt, in den das Meer mit brachialer Wucht hineindrückt. Daneben die Natural Bridge, ein steinerner Bogen, den Wind und Wasser über Jahrtausende geformt haben. Es fühlt sich ein wenig an wie Island – nur wärmer.

Die Blowholes bilden den Abschluss unseres Besuchs im Torndirrup NP. Blowholes entstehen, wenn Wellen durch unterirdische Höhlensysteme gepresst werden und Wasser sowie Luft explosionsartig durch schmale Öffnungen nach oben schießen. Jedes Mal, wenn eine Woge hineindrückt, donnert es wie ein entferntes Gewitter. Man zuckt unweigerlich zusammen.

Ein weiteres Mal sind wir froh über unseren Nationalpark-Pass: Statt jedes Mal 17 AUD Eintritt zu zahlen, hat uns der Vier-Wochen-Pass einmalig 70 AUD gekostet – eine Entscheidung, die sich längst gelohnt hat.

Bevor wir Albany endgültig hinter uns lassen, müssen wir noch das tun, was auf einem Roadtrip durch Western Australia genauso dazugehört wie atemberaubende Landschaften: einkaufen, tanken, Wasser auffüllen, Abwasser entsorgen. Es ist bereits Abend, als wir endlich fertig sind. Zum Glück entdecken wir etwa dreißig Minuten westlich von Albany den Cosy Corner Campground. Der Name ist Programm: ein geschützter Platz zwischen Küste und Buschland, wo der Wind durch die niedrigen Bäume rauscht und das Meer nicht weit entfernt ist. Obwohl der Campground gut gefüllt ist, findet sich noch ein Platz für uns. Zwischen Vans und Zelten schlagen wir für eine Nacht unser Lager auf, kochen im letzten Licht des Tages und schlafen einmal mehr begleitet vom Meeresrauschen ein.

Am nächsten Morgen wartet schon das nächste Highlight auf uns. Nur eine gute Stunde entfernt, nahe dem kleinen Ort Denmark, liegen Elephant Rocks und Greens Pool, zwei dieser Orte, die man kaum beschreiben kann, ohne ins Schwärmen zu geraten.

Die Elephant Rocks machen ihrem Namen alle Ehre: riesige, rundgeschliffene Granitfelsen liegen wie eine Herde badender Elefanten im türkisfarbenen Wasser. Zwischen ihnen bildet sich eine geschützte Lagune, so klar und ruhig, dass man bis auf den hellen Sandboden sehen kann. Gleich nebenan liegt Greens Pool – eine natürliche Badebucht, eingerahmt von gewaltigen Granitblöcken, die die Wellen des Südlichen Ozeans brechen und das Wasser in sanften Bewegungen ans Ufer rollen lassen.

 

Valley of the Giants – zwischen Himmel und Jahrtausenden

Hinter Denmark verändert sich die Landschaft erneut. Die Luft wird feuchter, dichter, kühler. Und dann stehen wir plötzlich vor einem Wald, der nicht einfach nur Wald ist – sondern eine eigene Welt.

Das Valley of the Giants wirkt wie eine Kathedrale aus Holz und Licht. Hier wachsen die berühmten Red Tingle Trees (Eucalyptus jacksonii), eine Baumart, die ausschließlich in dieser Region im Südwesten Western Australias vorkommt. Einige dieser Giganten sind über 400 Jahre alt, erreichen Höhen von 60 bis 75 Metern und besitzen einen Stamm von bis zu 16 Metern Umfang. Manche Stämme sind im Inneren vollständig ausgehöhlt – nicht abgestorben, sondern lebendig, widerstandsfähig, regenerierend.

Wir beginnen unseren Rundgang auf dem Ancient Empire Walk, einem Pfad am Waldboden, der uns zwischen diesen Riesen hindurchführt. Die Stämme sind so massiv, dass man in ihre ausgehöhlten Sockel hineingehen kann. Wir stehen im Inneren eines Baumes – und fühlen uns winzig. Die Rinde ist rau, warm, strukturiert wie eine Landschaft für sich. Über uns verschwindet der Stamm im dichten Blätterdach. Licht fällt in schmalen Bahnen herab, Staubpartikel tanzen darin wie winzige Sterne.

Dieser Wald hat etwas Zeitloses. Er steht hier seit Jahrhunderten, hat Stürme überlebt, Feuer, Klimaveränderungen. Und wir sind nur für einen Moment Teil davon.

Dann folgt der Perspektivwechsel: der Tree Top Walk.

Ein 550 Meter langer Rundweg aus filigranen Stahlkonstruktionen führt uns in bis zu 40 Meter Höhe – direkt hinein in die Baumkronen. Die Stege hängen frei zwischen den Tingles, sie bewegen sich leicht mit dem Wind. Es ist kein starres Bauwerk, sondern eines, das mit dem Wald lebt. Unter uns der Waldboden, tief und fern. Über uns noch immer Äste und Blätter, die selbst diese Höhe überragen.

Wir gehen langsam. Spüren das leichte Schwanken. Bleiben stehen, um in die Ferne zu blicken. Von oben erkennt man erst die Dimension dieses Ökosystems – das Zusammenspiel aus uralten Stämmen, dichtem Unterholz und dem weiten Himmel darüber.

Es ist ein Erlebnis, das Ehrfurcht auslöst. Und weil wir nicht genug bekommen können, gehen wir die Runde gleich ein zweites Mal. Das Ticket erlaubt es – und wir nutzen es. Beim zweiten Durchgang achten wir auf Details: das Knarren der Konstruktion, den Geruch des Eukalyptus, das Licht, das sich verändert.

Voll dieser Eindrücke verlassen wir das Valley of the Giants mit dem Gefühl, etwas wirklich Einzigartiges erlebt zu haben.

 

Letzte Tage am Meer

Unsere letzte Nacht im Wald verbringen wir im Shannon Nationalpark, auf einem ehemaligen Holzfällergelände, das heute ein Campground ist. Wir sind die einzigen Gäste. Abends heizen wir den Wasserkessel im Waschhäuschen mit Holz, genießen eine warme Dusche und die absolute Stille.

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Busselton. Die Stadt ist bekannt für ihre 1,8 Kilometer lange Busselton Jetty, die längste hölzerne Seebrücke der südlichen Hemisphäre. Sie ragt weit in den Indischen Ozean hinein, am Ende befindet sich sogar ein Unterwasser-Observatorium. Daneben liegt eine liebevoll gestaltete Parkanlage mit BBQ-Plätzen, Spielplätzen und schattigen Bäumen.

Wir sitzen einfach nur da. Planschen im Wasser. Atmen durch.

Unser letzter Sonnenuntergang erwartet uns am Preston Beach, wo wir direkt hinter den Dünen campen. Während die Sonne im Indischen Ozean versinkt, tauchen plötzlich zwei Rückenflossen nahe am Ufer auf. Haie. Ein letzter Gruß von Western Australia.

Am nächsten Morgen geben wir unseren Camper zurück. Ein neues Kapitel beginnt. Über HomeExchange wartet ein Haus in Perth auf uns. Und wir sind bereit für das, was kommt.

Mit dem Camper von Cairns nach Melbourne

Ein Roadtrip voller Abenteuer

Du träumst von Freiheit, atemberaubenden Landschaften und einem Hauch von Abenteuer? Dann schnapp dir einen Camper und begleite mich auf einer unvergesslichen Reise entlang der australischen Ostküste – von tropischen Regenwäldern bis hin zu pulsierenden Metropolen. Von Cairns bis Melbourne erwarten dich über 3.000 Kilometer voller magischer Momente und spektakulärer Erlebnisse. Pack deine Sachen, denn es geht los!

Start in Cairns

Tropisches Flair und das Great Barrier Reef

Dein Abenteuer beginnt in Cairns, der entspannten Stadt im Norden von Queensland. Schon beim ersten Bummel durch die Straßen spürst du die tropische Atmosphäre: Palmen säumen die Wege, und die Esplanade lädt mit ihrer Lagune zum Entspannen ein. Aber Cairns hat mehr zu bieten – vor allem eines der beeindruckendsten Naturwunder der Welt: das Great Barrier Reef.

Ein Rundflug über das Riff ist Pflicht! Aus der Vogelperspektive siehst du die Farbenpracht der Korallen und die schillernden Blautöne des Ozeans. Die schiere Größe des Riffs raubt dir den Atem. Nach diesem Erlebnis holst du deinen Camper ab – dein Zuhause auf Rädern für die nächsten Wochen. Los geht’s in Richtung Cape Tribulation!

Cape Tribulation

Wo Regenwald auf das Meer trifft

Auf der Fahrt nach Cape Tribulation durchquerst du den Daintree-Nationalpark, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Hier erlebst du den ältesten Regenwald der Welt hautnah. Wandere über hölzerne Stege, lausche dem Zirpen der Zikaden und lass dich von der üppigen Pflanzenwelt verzaubern. Am Cape Tribulation treffen dichter Regenwald und weißer Sandstrand direkt aufeinander – ein absolut magischer Ort. Und nachts? Lass dich von den Geräuschen des Waldes in den Schlaf wiegen.

Townsville und Magnetic Island

Inselträume und bunte Unterwasserwelten

Dein nächster Stopp ist Townsville, eine charmante Küstenstadt. Von hier aus setzt du mit der Fähre über nach Magnetic Island. Auf der Insel fühlst du dich wie in einer anderen Welt. Miet dir einen knallbunten Moke (einen kleinen, offenen Inselwagen) und erkunde die malerischen Buchten und Aussichtspunkte. Halte Ausschau nach den berühmten Koalas, die in den Bäumen dösen.

Magnetic Island ist auch ein Paradies für Schnorchler. Die Unterwasserwelt entlang des Schnorchelpfades in Geoffrey Bay ist spektakulär – bunt schimmernde Korallen und neugierige Fische begleiten dich auf deinem Tauchgang. Nach diesem Inselabenteuer kehrst du mit einem breiten Lächeln auf die Fähre zurück.

Airlie Beach und die Whitsundays

Postkartenidylle pur

Die Straße führt dich weiter nach Airlie Beach, einem lebhaften Ort, der das Tor zu den Whitsunday Islands ist. Hier solltest du unbedingt eine Bootstour unternehmen! Während du durch die Inselgruppe segelst, kannst du es kaum glauben: feiner, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser – es sieht aus wie aus einem Reiseprospekt.

Ein Highlight der Tour ist der Whitehaven Beach, einer der schönsten Strände der Welt. Und wenn du schnorcheln möchtest, erwarten dich auch hier wieder farbenfrohe Korallenriffe und ein wahres Paradies unter Wasser. Airlie Beach wird dich nicht mehr so schnell loslassen!

Hervey Bay und Fraser Island

Abenteuer auf der größten Sandinsel der Welt

In Hervey Bay wartet das nächste Abenteuer: ein Tagesausflug nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Mit einem Geländewagen erkundest du die Insel, von kristallklaren Süßwasserseen wie dem Lake McKenzie bis hin zu den goldenen Sandstränden, an denen du kilometerweit entlangfahren kannst. Auch die Maheno-Wrack-Ruine, die gestrandete Überreste eines Schiffs, erzählt hier ihre eigene Geschichte. Diese Insel ist ein echter Abenteuerspielplatz!

Sunshine Coast und Brisbane

Surfen und City-Vibes

Die Sunshine Coast macht ihrem Namen alle Ehre – die sonnenverwöhnten Strände laden dich zum Surfen, Schwimmen und Entspannen ein. Besuche den bezaubernden Ort Noosa, wo das Leben etwas langsamer verläuft und dich der Nationalpark mit atemberaubenden Küstenwegen lockt.

Von hier aus geht es weiter nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Die Stadt ist modern, lebendig und vielseitig. Genieße einen Spaziergang entlang der South Bank, einem grünen Stadtviertel mit Gärten, Restaurants und einem künstlichen Strand. Brisbane ist ein Ort, an dem sich die Großstadt und die Natur die Hand reichen.

Gold Coast und Byron Bay

Surfer-Paradies und Walbeobachtungen

Nur eine Stunde südlich von Brisbane liegt die Gold Coast – ein Paradies für Surfer. Die Wolkenkratzer von Surfers Paradise, die goldenen Strände und das aufregende Nachtleben machen diesen Ort zu einem Hotspot für Abenteurer.

Weiter südlich erreichst du Byron Bay, wo die Atmosphäre entspannter wird. Die Hippie-Metropole Australiens ist bekannt für ihre alternative Szene und die atemberaubende Natur. Der Leuchtturm am Cape Byron ist der östlichste Punkt Australiens – ein großartiger Ort, um Pottwale direkt von der Küste aus zu beobachten. Dieses Erlebnis wirst du nie vergessen.

Sydney

Die Perle Australiens entdecken

Sydney, die größte Stadt Australiens, begeistert mit einer Mischung aus urbanem Flair, traumhaften Stränden und beeindruckender Natur. Egal, ob du die weltberühmte Oper bestaunst, durch das historische Viertel The Rocks schlenderst oder an den Stränden von Bondi oder Manly entspannst – Sydney hat für jeden etwas zu bieten.

Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest

Ein absolutes Highlight ist natürlich das Sydney Opera House, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Direkt daneben erstreckt sich die Harbour Bridge, die du entweder überqueren oder bei einer geführten Klettertour erklimmen kannst – mit spektakulärem Blick auf den Hafen!

Für alle, die Natur lieben, bietet sich ein Besuch im Royal Botanic Garden an, eine grüne Oase mitten in der Stadt. Ein besonderer Aussichtspunkt ist Mrs. Macquarie’s Chair, eine in Stein gemeißelte Bank, die einen atemberaubenden Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge bietet – perfekt für Fotos, besonders zum Sonnenuntergang.

Strände und Outdoor-Erlebnisse

Sydney ist ein Paradies für Strandliebhaber. Der berühmte Bondi Beach lädt zum Surfen und Sonnenbaden ein, während der malerische Coogee Walk fantastische Ausblicke auf die Küste bietet. Wer es ruhiger mag, findet in Manly Beach oder Watsons Bay perfekte Plätze zum Entspannen.

Kulinarik & Nightlife

Von trendigen Cafés in Surry Hills bis hin zu erstklassigen Restaurants am Darling Harbour – Sydney verwöhnt Feinschmecker mit frischen Meeresfrüchten und internationaler Küche. Am Abend locken angesagte Rooftop-Bars und gemütliche Pubs, die das Stadtleben perfekt abrunden.

Sydney ist eine Stadt, die begeistert – mit ihrer Vielfalt, Schönheit und entspannten Lebensart. Wer Australien besucht, sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen!

Canberra und Bittangabee Bay

Von der Hauptstadt in die Wildnis

Nach der lebhaften Metropole steht ein Besuch in Canberra, der Hauptstadt Australiens, an. Die Stadt ist ruhig, geordnet und bietet viele interessante Museen und Galerien. Besonders sehenswert ist das Australische Kriegsmuseum sowie das Parlament.

Danach wird es wieder wild: Die Bittangabee Bay im Ben-Boyd-Nationalpark bietet dir abgelegene Strände und atemberaubende Natur. Ein idealer Ort, um für ein oder zwei Tage den Alltag hinter dir zu lassen und die Ruhe zu genießen.

Wilsons Promontory

Australiens wilde Seite

„The Prom“, wie die Einheimischen Wilsons Promontory nennen, ist ein Highlight auf dem Weg nach Melbourne. Der Nationalpark begeistert mit spektakulären Wanderwegen, einsamen Stränden und einer reichen Tierwelt. Vielleicht entdeckst du Wombats oder Kängurus auf deiner Tour! Ein besonders schöner Ort ist der Squeaky Beach, dessen Sand unter deinen Füßen quietscht.

Fazit: Ein Roadtrip, der dich für immer verändert

Ein Roadtrip von Cairns nach Melbourne ist mehr als nur eine Reise – es ist eine Erfahrung, die dich bereichert und dich die Schönheit Australiens hautnah erleben lässt. Von tropischen Regenwäldern über endlose Strände bis hin zu pulsierenden Städten bietet diese Route alles, was dein Herz begehrt. Also, worauf wartest du? Dein Camper steht bereit, und das Abenteuer wartet auf dich!

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Roadtrip durch Western Australia - Teil 3

Von Esperance nach Perth – Küstenträume und Urzeitwälder in Western Australia

Great Ocean Drive

Es ist Zeit, Esperance hinter uns zu lassen. Und doch tun wir es nicht sofort. Bevor wir den langen Weg zurück nach Westen antreten, fahren wir noch einmal hinaus – auf den Great Ocean Drive, jene rund 40 Kilometer lange Panoramastraße, die sich wie ein türkisfarbenes Versprechen um die Küste südlich von Esperance legt.

Der Great Ocean Drive ist kein Geheimtipp, sondern ein Klassiker. Und genau das spürt man. Hier sind deutlich mehr Menschen unterwegs als in Cape Le Grand, wo wir in den vergangenen Tagen die Einsamkeit beinahe für uns allein hatten. Vielleicht genießen wir die Küste deshalb noch bewusster – wissend, dass wir das wilde, stille Paradies bereits erlebt haben.

Wir halten an Twilight Beach, wo sich ein markanter Felsen – der „Jump Rock“ – sanft aus der geschützten Bucht erhebt. Kinder springen lachend ins glasklare Wasser, während das Meer in allen Schattierungen zwischen Aquamarin und tiefem Blau leuchtet. Weiter geht es zu Nine Mile Beach, Ten Mile Beach und Eleven Mile Beach – endlose Bögen aus schneeweißem Sand, die sich scheinbar unendlich am Horizont verlieren.

An der Nine Mile Lagoon bleiben wir länger stehen. Das Wasser ist ruhig, fast spiegelglatt. Von oben erkennen wir dunkle Schatten im Flachwasser – Rochen, die gemächlich über den sandigen Grund gleiten, und weiter draußen auch Haie, ruhig und selbstbewusst, als gehörte ihnen dieser Ozean. Was vermutlich auch stimmt.

Ein letzter Stopp führt uns zum Pink Lake. Oder besser gesagt: zum ehemaligen Pink Lake. Einst schimmerte der See tatsächlich rosafarben, verursacht durch salzliebende Mikroorganismen und Algen, die Beta-Carotin produzieren. Doch durch veränderte Salzkonzentrationen infolge menschlicher Eingriffe verlor der See seine charakteristische Färbung. Heute liegt er blass und unscheinbar in der Landschaft – ein leiser Hinweis darauf, wie empfindlich selbst spektakuläre Naturphänomene sind.

Mit all diesen Bildern im Kopf – weißer Sand, rundgeschliffene Granitfelsen, türkises Wasser – treten wir den langen Rückweg an. Der Abstecher nach Esperance und Cape Le Grand war jede einzelne Stunde wert. Doch er bedeutet auch Strecke. Viel Strecke.

Im Osten beginnt die endlose Nullarbor-Ebene – tausende Kilometer nahezu vegetationslose Weite. Also heißt es für uns: umkehren. Zurück nach Westen.

Die Landschaft wird monoton. Buschland, Himmel, Straße. Der Horizont flimmert in der Hitze. Wir fahren, so weit wir können, schaffen an diesem Tag knapp 300 Kilometer und landen schließlich auf einem kleinen Campground in Jerramungup. Ein Barbecue unter freiem Himmel, ein paar neugierige Kängurus in der Abenddämmerung – und wir fallen müde in unsere Betten.

 

Albany & der Torndirrup Nationalpark

Am nächsten Morgen brechen wir nach einem ruhigen Frühstück auf. Wieder liegt eine lange Strecke vor uns. Unser erstes Ziel nach rund 200 Kilometern ist Whalers Cove bei Albany.

Hier befand sich eine der letzten aktiven Walfangstationen Australiens. Bis in die 1970er Jahre wurden in Albany noch Pott- und Buckelwale verarbeitet. Heute ist die ehemalige Station ein Museum, das die industrielle Walfanggeschichte dokumentiert – nüchtern, informativ, ohne Verklärung. Es ist gut, dass diese Zeit vorbei ist. Heute gelten Wale als schützenswerte Giganten der Meere.

Whalers Beach liegt da wie gemalt: feinster weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, mächtige Granitblöcke, vom Meer rund geschliffen. Unweit des Strandes entspringen die Vancouver Springs, eine der wenigen Süßwasserquellen dieser Region.

Weiter geht es nach Misery Beach, einer kleinen geschützten Bucht mit fast karibischem Flair, und zum Salmon Beach, bekannt für seine Lachszüge entlang der Küste. Hier wirkt alles friedlich, ein paar Angler versuchen ihr Glück.

Doch im Südwesten des Torndirrup Nationalparks ändert sich die Stimmung schlagartig. Die Landschaft wird schroff, rau, beinahe dramatisch. Hier verläuft die geologische Bruchkante, an der sich Australien vor etwa 100 Millionen Jahren von der Antarktis löste. Gewaltige Felsformationen zeugen noch heute von dieser Trennung.

Wir stehen auf dem Skywalk über The Gap, einem tief eingeschnittenen Felsspalt, in den das Meer mit brachialer Wucht hineindrückt. Daneben die Natural Bridge, ein steinerner Bogen, den Wind und Wasser über Jahrtausende geformt haben. Es fühlt sich ein wenig an wie Island – nur wärmer.

Die Blowholes bilden den Abschluss unseres Besuchs im Torndirrup NP. Blowholes entstehen, wenn Wellen durch unterirdische Höhlensysteme gepresst werden und Wasser sowie Luft explosionsartig durch schmale Öffnungen nach oben schießen. Jedes Mal, wenn eine Woge hineindrückt, donnert es wie ein entferntes Gewitter. Man zuckt unweigerlich zusammen.

Ein weiteres Mal sind wir froh über unseren Nationalpark-Pass: Statt jedes Mal 17 AUD Eintritt zu zahlen, hat uns der Vier-Wochen-Pass einmalig 70 AUD gekostet – eine Entscheidung, die sich längst gelohnt hat.

Bevor wir Albany endgültig hinter uns lassen, müssen wir noch das tun, was auf einem Roadtrip durch Western Australia genauso dazugehört wie atemberaubende Landschaften: einkaufen, tanken, Wasser auffüllen, Abwasser entsorgen. Es ist bereits Abend, als wir endlich fertig sind. Zum Glück entdecken wir etwa dreißig Minuten westlich von Albany den Cosy Corner Campground. Der Name ist Programm: ein geschützter Platz zwischen Küste und Buschland, wo der Wind durch die niedrigen Bäume rauscht und das Meer nicht weit entfernt ist. Obwohl der Campground gut gefüllt ist, findet sich noch ein Platz für uns. Zwischen Vans und Zelten schlagen wir für eine Nacht unser Lager auf, kochen im letzten Licht des Tages und schlafen einmal mehr begleitet vom Meeresrauschen ein.

Am nächsten Morgen wartet schon das nächste Highlight auf uns. Nur eine gute Stunde entfernt, nahe dem kleinen Ort Denmark, liegen Elephant Rocks und Greens Pool, zwei dieser Orte, die man kaum beschreiben kann, ohne ins Schwärmen zu geraten.

Die Elephant Rocks machen ihrem Namen alle Ehre: riesige, rundgeschliffene Granitfelsen liegen wie eine Herde badender Elefanten im türkisfarbenen Wasser. Zwischen ihnen bildet sich eine geschützte Lagune, so klar und ruhig, dass man bis auf den hellen Sandboden sehen kann. Gleich nebenan liegt Greens Pool – eine natürliche Badebucht, eingerahmt von gewaltigen Granitblöcken, die die Wellen des Südlichen Ozeans brechen und das Wasser in sanften Bewegungen ans Ufer rollen lassen.

 

Valley of the Giants – zwischen Himmel und Jahrtausenden

Hinter Denmark verändert sich die Landschaft erneut. Die Luft wird feuchter, dichter, kühler. Und dann stehen wir plötzlich vor einem Wald, der nicht einfach nur Wald ist – sondern eine eigene Welt.

Das Valley of the Giants wirkt wie eine Kathedrale aus Holz und Licht. Hier wachsen die berühmten Red Tingle Trees (Eucalyptus jacksonii), eine Baumart, die ausschließlich in dieser Region im Südwesten Western Australias vorkommt. Einige dieser Giganten sind über 400 Jahre alt, erreichen Höhen von 60 bis 75 Metern und besitzen einen Stamm von bis zu 16 Metern Umfang. Manche Stämme sind im Inneren vollständig ausgehöhlt – nicht abgestorben, sondern lebendig, widerstandsfähig, regenerierend.

Wir beginnen unseren Rundgang auf dem Ancient Empire Walk, einem Pfad am Waldboden, der uns zwischen diesen Riesen hindurchführt. Die Stämme sind so massiv, dass man in ihre ausgehöhlten Sockel hineingehen kann. Wir stehen im Inneren eines Baumes – und fühlen uns winzig. Die Rinde ist rau, warm, strukturiert wie eine Landschaft für sich. Über uns verschwindet der Stamm im dichten Blätterdach. Licht fällt in schmalen Bahnen herab, Staubpartikel tanzen darin wie winzige Sterne.

Dieser Wald hat etwas Zeitloses. Er steht hier seit Jahrhunderten, hat Stürme überlebt, Feuer, Klimaveränderungen. Und wir sind nur für einen Moment Teil davon.

Dann folgt der Perspektivwechsel: der Tree Top Walk.

Ein 550 Meter langer Rundweg aus filigranen Stahlkonstruktionen führt uns in bis zu 40 Meter Höhe – direkt hinein in die Baumkronen. Die Stege hängen frei zwischen den Tingles, sie bewegen sich leicht mit dem Wind. Es ist kein starres Bauwerk, sondern eines, das mit dem Wald lebt. Unter uns der Waldboden, tief und fern. Über uns noch immer Äste und Blätter, die selbst diese Höhe überragen.

Wir gehen langsam. Spüren das leichte Schwanken. Bleiben stehen, um in die Ferne zu blicken. Von oben erkennt man erst die Dimension dieses Ökosystems – das Zusammenspiel aus uralten Stämmen, dichtem Unterholz und dem weiten Himmel darüber.

Es ist ein Erlebnis, das Ehrfurcht auslöst. Und weil wir nicht genug bekommen können, gehen wir die Runde gleich ein zweites Mal. Das Ticket erlaubt es – und wir nutzen es. Beim zweiten Durchgang achten wir auf Details: das Knarren der Konstruktion, den Geruch des Eukalyptus, das Licht, das sich verändert.

Voll dieser Eindrücke verlassen wir das Valley of the Giants mit dem Gefühl, etwas wirklich Einzigartiges erlebt zu haben.

 

Letzte Tage am Meer

Unsere letzte Nacht im Wald verbringen wir im Shannon Nationalpark, auf einem ehemaligen Holzfällergelände, das heute ein Campground ist. Wir sind die einzigen Gäste. Abends heizen wir den Wasserkessel im Waschhäuschen mit Holz, genießen eine warme Dusche und die absolute Stille.

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Busselton. Die Stadt ist bekannt für ihre 1,8 Kilometer lange Busselton Jetty, die längste hölzerne Seebrücke der südlichen Hemisphäre. Sie ragt weit in den Indischen Ozean hinein, am Ende befindet sich sogar ein Unterwasser-Observatorium. Daneben liegt eine liebevoll gestaltete Parkanlage mit BBQ-Plätzen, Spielplätzen und schattigen Bäumen.

Wir sitzen einfach nur da. Planschen im Wasser. Atmen durch.

Unser letzter Sonnenuntergang erwartet uns am Preston Beach, wo wir direkt hinter den Dünen campen. Während die Sonne im Indischen Ozean versinkt, tauchen plötzlich zwei Rückenflossen nahe am Ufer auf. Haie. Ein letzter Gruß von Western Australia.

Am nächsten Morgen geben wir unseren Camper zurück. Ein neues Kapitel beginnt. Über HomeExchange wartet ein Haus in Perth auf uns. Und wir sind bereit für das, was kommt.