Australien - Die Ostküste

Von Sandy Cape über Wave Rock nach Esperance

Roadtrip durch Western Australia – Teil 2

Teil 1 findest du hier...

Unfassbare Weite, Mystische Felsen und türkisfarbene Buchten

Nach den intensiven Tagen in der Shark Bay wenden wir unseren Camper wieder gen Süden. Die Route führt uns zurück entlang der Küste, doch wir bleiben nicht lange auf bekannten Wegen. Stattdessen „hoppen“ wir von einer Bucht zur nächsten – Wir legen einen Zwischenstopp in Coronation Bay ein. Ein kleiner Campground mit dem Notwendigsten liegt direkt am Strand. Wir lassen die Seele baumeln und schauen den Kitesurfern zu. (Coronation Bay ist wegen seiner perfekten Winde ein äußerst beliebter Spot zum Kitesurfen.)

Am nächten Tag fahren wir weiter nach Süden und erreichen schließlich etwa 10 km nördlich von Jurien Bay Sandy Cape.

Schon die Anfahrt ist spektakulär. Weißer Sand, so hell, dass er fast blendet, zieht sich in endlosen Dünenlandschaften bis ans Meer. Das Wasser ist kristallklar, schimmert in hellen Türkistönen – fast zu schön, um wahr zu sein.

Wir wissen allerdings: Hier ist Vorsicht geboten. Quallen treiben im Wasser, und Schwimmen ist keine gute Idee, wie wir schmerzlich erfahren mussten. Doch selbst ohne ins Meer zu gehen, ist dieser Ort magisch. Am Abend stehen wir ganz allein in den schneeweißen Dünen, der Wind legt sich langsam, und vor uns versinkt die Sonne glutrot im Ozean, während hinter uns der Vollmond aufgeht. Ein Moment, der bleibt.

  

 

Durch den Wheat Belt – endlose Felder, endlose Gedanken

Die nächste Etappe führt uns in den Südwesten, hinein in den Wheat Belt von Western Australia. Diese Region ist das landwirtschaftliche Herz des Bundesstaates: riesige Getreidefelder, soweit das Auge reicht, Weizen, Gerste, Raps. Der Wheat Belt entstand Anfang des 20. Jahrhunderts durch massive Rodungen, um das Land landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Heute ist er eine der produktivsten Agrarregionen Australiens – aber auch eine Landschaft, die Monotonie ausstrahlt.

Die Fahrt zieht sich. Der Wind zerrt am Camper, die Straße scheint kein Ende zu nehmen. Kaum Abwechslung, kaum Orte, die zum Anhalten einladen. Die Zeit dehnt sich, Gedanken schweifen. Es ist eine dieser Strecken, die man nicht wegen ihrer Schönheit fährt, sondern weil sie Teil des Weges ist.

Ein weiterer Stopp ist nötig, bevor wir unser nächstes großes Ziel erreichen. Wir entscheiden uns für Northam, ein kleines Städtchen, das auf den ersten Blick wenig hergibt. Doch hier entdecken wir das Bilya Koort Boodja Centre – ein modernes, sehr eindrücklich gestaltetes Kulturzentrum, das die Geschichte, Lebensweise und Spiritualität der Nyoongar, der Aborigines dieser Region erzählt. Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Geschichten und Mythen vermitteln ein tiefes Verständnis dafür, wie eng die First Nations mit diesem Land verbunden sind. Es ist ein stiller, respektvoller Ort, der uns erdet, bevor wir weiterfahren. (Mehr dazu: https://www.bilyakoortboodja.com)

 

Wave Rock – ein steinerner Ozean

Dann, nach weiteren langen Stunden auf der Straße, taucht er plötzlich auf: Wave Rock. Und wir sind überrascht. Denn dieser Ort ist so viel mehr als die ikonische Welle, die man von Fotos kennt. Der gesamte Granitfelsen ist gewaltig – ein massiver Monolith, der sich über 15 Meter hoch und fast 110 Meter lang aus der Landschaft erhebt.

Der Fels ist rund 2,7 Milliarden Jahre alt. Wind, Regen und chemische Verwitterung haben ihn über Millionen von Jahren geformt, bis diese perfekte, eingefrorene Welle entstand. Die farbigen Streifen entstehen durch Mineralien, die durch Wasser ausgewaschen wurden – Eisenoxide, die dem Gestein seine rostfarbenen Nuancen verleihen.

Der kleine Campground am Fuß des Felsens ist liebevoll angelegt, überraschend komfortabel und bietet sogar einen kleinen Salzwasserpool – eine Wohltat nach der staubigen Fahrt. Am Abend steigen wir auf den Felsen, blicken über die Weite des Landes und erleben erneut einen dieser Sonnenuntergänge, die Western Australia so besonders machen: ruhig, weit, würdevoll.

Am nächsten Morgen wandern wir entlang des Fußes des Felsens. Erst hier wird uns seine wahre Dimension bewusst. Der Rundweg führt uns durch eine fast unwirkliche Landschaft, vorbei an salzverkrusteten Böden, zu einem Salzsee, dann am kleinen Flugfeld vorbei zurück zum Camp. Alles wirkt still, zeitlos, fast entrückt.

Bevor wir weiterfahren, machen wir noch einen Abstecher zu Mulka’s Cave, etwa 19 Kilometer nördlich von Wave Rock. Diese Höhle ist ein heiliger Ort der Noongar. An den Wänden finden sich jahrtausendealte Handabdrücke. Der Legende nach wurde Mulka, ein Junge mit schlechten Augen, von seinem Stamm ausgeschlossen, weil er bei der Jagd versagte. Aus Wut und Einsamkeit zog er sich in diese Höhle zurück. Seine Handabdrücke gelten als Zeichen seines Daseins – und seiner Trennung von der Gemeinschaft. Ein stiller, bewegender Ort, der Respekt einfordert.

 

Enttäuschung in Esperance

Voller Eindrücke fahren wir weiter nach Südosten. Unser Ziel: Esperance. Der Name klingt nach Weite, Einsamkeit, Traumstränden. Die Realität ist ernüchternd. Nach einem langen Fahrtag sind alle Campingplätze ausgebucht. Man schickt uns zu einem Overflow-Camp auf dem Showground. Schotter, eine einfache Toilette, kein Strom – und dafür 60 AUD! Die Enttäuschung sitzt tief.

Wir sind müde. Also schlafen wir erstmal.

Am nächsten Morgen zieht sich alles. Einkaufen, Tanken, Wasser entsorgen, Planen. Der Vormittag vergeht, ohne dass wir wirklich ankommen. Doch dann treffen wir eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweist: Wir fahren weiter – nach Cape Le Grand.

 

Cape Le Grand – ein Ort zum Verlieben

Die beiden offiziellen Campgrounds sind ebenfalls voll, doch ein paar Kilometer im Hinterland entdecken wir den Dunns Ecopark, ein Farmcamp unter Eukalyptusbäumen. Keine Parzellen, keine Hektik – nur Stille, Wind in den Blättern und Raum. Genau das, was wir brauchen.

Am nächsten Morgen starten wir zum Bay-Hopping. Schon die erste Bucht, Hellfire Bay, raubt uns den Atem. Selten haben wir etwas Vergleichbares gesehen. Sanfte Granitfelsen rahmen eine perfekte Bucht ein, der Sand ist schneeweiß und so fein, dass er unter den Füßen quietscht. Das Wasser leuchtet in allen Blau- und Türkistönen, glasklar, ruhig, einladend. Wir stehen lange einfach nur da und schauen. Perfektion.

Weiter geht es zur Thistle Cove. Über der Bucht thront der markante Whistling Rock. Der Wind pfeift durch feine Ritzen im Fels und erzeugt ein heulendes Geräusch. Ein heiliger Ort der Aborigines. Der Traumzeit-Legende nach weint hier eine Mutter um ihre Kinder, die von einem Adler ins Meer geworfen wurden, nachdem sie zwei Eier aus seinem Nest gestohlen hatten. Die Geschichte verleiht diesem ohnehin beeindruckenden Ort eine zusätzliche Tiefe, wir werden dieser Geschichte noch an anderer Stelle begegnen.

Der Tag endet in der Lucky Bay, einer endlosen, sanften Bucht. Ihren Namen verdankt sie Matthew Flinders, der hier 1802 anlandete und sich glücklich schätzte, einen so geschützten Ort gefunden zu haben. Wir spazieren über den weiten Strand, kochen unser Abendessen mit Blick aufs Meer und lassen den Tag langsam ausklingen.

Die Nacht auf dem Farmcamp ist still. Tief, ruhig, erholsam.

Am nächsten Morgen brechen wir direkt nach dem Frühstück auf, um den Frenchman Peak zu besteigen. Was auf der Karte wie eine überschaubare Wanderung aussieht, entpuppt sich schnell als echtes Abenteuer. Es gibt keinen klaren Weg, keine Stufen, keine Sicherungen – nur blanken Fels, der sich steil vor uns auftürmt. Teilweise klettern wir auf allen Vieren, suchen Halt mit Händen und Füßen, tasten uns Schritt für Schritt nach oben. Der Wind weht kräftig, die Sonne brennt auf den Fels, und das glatte Gestein verzeiht keinen Fehler. Jeder einzelne Schritt verlangt volle Konzentration.

 

Je höher wir kommen, desto weiter öffnet sich der Blick, bis wir schließlich eine große Höhle erreichen, hoch oben im Felsmassiv. Von hier aus liegt das gesamte Cape Le Grand unter uns: die geschwungenen Buchten, das schimmernde Meer, die endlosen weißen Strände – ein Panorama, das uns den Atem raubt. Stolz und Erleichterung mischen sich in diesem Moment, denn wir wissen: Diese Besteigung war nicht ungefährlich, aber sie hat sich gelohnt.

Der Frenchman Peak wirkt, als habe jemand auf die natürliche Erhebung noch einen weiteren gewaltigen Felsblock gesetzt. Der Traumzeitlegende der Noongar zufolge ist es der Adler selbst, der einst die beiden Kinder ins Meer warf, nachdem sie zwei Eier aus seinem Nest gestohlen hatten. Nun sitzt er hier oben, auf dem höchsten Punkt des Landes, und wacht darüber, dass sie niemals zurückkehren. Mit diesem Wissen bekommt der Berg eine zusätzliche Tiefe – und wir steigen schweigend wieder hinab, erfüllt von Ehrfurcht vor diesem Ort, seiner Geschichte und seiner rohen, ungezähmten Kraft.

Nach diesem Kraftakt erkunden wir den Le Grand Beach, kehren schließlich noch einmal zur Hellfire Bay zurück, schwimmen, liegen im Sand, sonnen uns. Es sind diese Tage, an denen nichts fehlt. Am späten Nachmittag sitzen wir wieder in unserem Camp unter den Eukalyptusbäumen, atmen den Duft ein und wissen: Cape Le Grand hat uns erwischt.

Hier, zwischen Granitfelsen, türkisfarbenem Wasser und endloser Weite, spüren wir diese tiefe Dankbarkeit, unterwegs zu sein. Genau hier. Genau jetzt.

Mit dem Camper von Cairns nach Melbourne

Ein Roadtrip voller Abenteuer

Du träumst von Freiheit, atemberaubenden Landschaften und einem Hauch von Abenteuer? Dann schnapp dir einen Camper und begleite mich auf einer unvergesslichen Reise entlang der australischen Ostküste – von tropischen Regenwäldern bis hin zu pulsierenden Metropolen. Von Cairns bis Melbourne erwarten dich über 3.000 Kilometer voller magischer Momente und spektakulärer Erlebnisse. Pack deine Sachen, denn es geht los!

Start in Cairns

Tropisches Flair und das Great Barrier Reef

Dein Abenteuer beginnt in Cairns, der entspannten Stadt im Norden von Queensland. Schon beim ersten Bummel durch die Straßen spürst du die tropische Atmosphäre: Palmen säumen die Wege, und die Esplanade lädt mit ihrer Lagune zum Entspannen ein. Aber Cairns hat mehr zu bieten – vor allem eines der beeindruckendsten Naturwunder der Welt: das Great Barrier Reef.

Ein Rundflug über das Riff ist Pflicht! Aus der Vogelperspektive siehst du die Farbenpracht der Korallen und die schillernden Blautöne des Ozeans. Die schiere Größe des Riffs raubt dir den Atem. Nach diesem Erlebnis holst du deinen Camper ab – dein Zuhause auf Rädern für die nächsten Wochen. Los geht’s in Richtung Cape Tribulation!

Cape Tribulation

Wo Regenwald auf das Meer trifft

Auf der Fahrt nach Cape Tribulation durchquerst du den Daintree-Nationalpark, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Hier erlebst du den ältesten Regenwald der Welt hautnah. Wandere über hölzerne Stege, lausche dem Zirpen der Zikaden und lass dich von der üppigen Pflanzenwelt verzaubern. Am Cape Tribulation treffen dichter Regenwald und weißer Sandstrand direkt aufeinander – ein absolut magischer Ort. Und nachts? Lass dich von den Geräuschen des Waldes in den Schlaf wiegen.

Townsville und Magnetic Island

Inselträume und bunte Unterwasserwelten

Dein nächster Stopp ist Townsville, eine charmante Küstenstadt. Von hier aus setzt du mit der Fähre über nach Magnetic Island. Auf der Insel fühlst du dich wie in einer anderen Welt. Miet dir einen knallbunten Moke (einen kleinen, offenen Inselwagen) und erkunde die malerischen Buchten und Aussichtspunkte. Halte Ausschau nach den berühmten Koalas, die in den Bäumen dösen.

Magnetic Island ist auch ein Paradies für Schnorchler. Die Unterwasserwelt entlang des Schnorchelpfades in Geoffrey Bay ist spektakulär – bunt schimmernde Korallen und neugierige Fische begleiten dich auf deinem Tauchgang. Nach diesem Inselabenteuer kehrst du mit einem breiten Lächeln auf die Fähre zurück.

Airlie Beach und die Whitsundays

Postkartenidylle pur

Die Straße führt dich weiter nach Airlie Beach, einem lebhaften Ort, der das Tor zu den Whitsunday Islands ist. Hier solltest du unbedingt eine Bootstour unternehmen! Während du durch die Inselgruppe segelst, kannst du es kaum glauben: feiner, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser – es sieht aus wie aus einem Reiseprospekt.

Ein Highlight der Tour ist der Whitehaven Beach, einer der schönsten Strände der Welt. Und wenn du schnorcheln möchtest, erwarten dich auch hier wieder farbenfrohe Korallenriffe und ein wahres Paradies unter Wasser. Airlie Beach wird dich nicht mehr so schnell loslassen!

Hervey Bay und Fraser Island

Abenteuer auf der größten Sandinsel der Welt

In Hervey Bay wartet das nächste Abenteuer: ein Tagesausflug nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Mit einem Geländewagen erkundest du die Insel, von kristallklaren Süßwasserseen wie dem Lake McKenzie bis hin zu den goldenen Sandstränden, an denen du kilometerweit entlangfahren kannst. Auch die Maheno-Wrack-Ruine, die gestrandete Überreste eines Schiffs, erzählt hier ihre eigene Geschichte. Diese Insel ist ein echter Abenteuerspielplatz!

Sunshine Coast und Brisbane

Surfen und City-Vibes

Die Sunshine Coast macht ihrem Namen alle Ehre – die sonnenverwöhnten Strände laden dich zum Surfen, Schwimmen und Entspannen ein. Besuche den bezaubernden Ort Noosa, wo das Leben etwas langsamer verläuft und dich der Nationalpark mit atemberaubenden Küstenwegen lockt.

Von hier aus geht es weiter nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Die Stadt ist modern, lebendig und vielseitig. Genieße einen Spaziergang entlang der South Bank, einem grünen Stadtviertel mit Gärten, Restaurants und einem künstlichen Strand. Brisbane ist ein Ort, an dem sich die Großstadt und die Natur die Hand reichen.

Gold Coast und Byron Bay

Surfer-Paradies und Walbeobachtungen

Nur eine Stunde südlich von Brisbane liegt die Gold Coast – ein Paradies für Surfer. Die Wolkenkratzer von Surfers Paradise, die goldenen Strände und das aufregende Nachtleben machen diesen Ort zu einem Hotspot für Abenteurer.

Weiter südlich erreichst du Byron Bay, wo die Atmosphäre entspannter wird. Die Hippie-Metropole Australiens ist bekannt für ihre alternative Szene und die atemberaubende Natur. Der Leuchtturm am Cape Byron ist der östlichste Punkt Australiens – ein großartiger Ort, um Pottwale direkt von der Küste aus zu beobachten. Dieses Erlebnis wirst du nie vergessen.

Sydney

Die Perle Australiens entdecken

Sydney, die größte Stadt Australiens, begeistert mit einer Mischung aus urbanem Flair, traumhaften Stränden und beeindruckender Natur. Egal, ob du die weltberühmte Oper bestaunst, durch das historische Viertel The Rocks schlenderst oder an den Stränden von Bondi oder Manly entspannst – Sydney hat für jeden etwas zu bieten.

Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest

Ein absolutes Highlight ist natürlich das Sydney Opera House, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Direkt daneben erstreckt sich die Harbour Bridge, die du entweder überqueren oder bei einer geführten Klettertour erklimmen kannst – mit spektakulärem Blick auf den Hafen!

Für alle, die Natur lieben, bietet sich ein Besuch im Royal Botanic Garden an, eine grüne Oase mitten in der Stadt. Ein besonderer Aussichtspunkt ist Mrs. Macquarie’s Chair, eine in Stein gemeißelte Bank, die einen atemberaubenden Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge bietet – perfekt für Fotos, besonders zum Sonnenuntergang.

Strände und Outdoor-Erlebnisse

Sydney ist ein Paradies für Strandliebhaber. Der berühmte Bondi Beach lädt zum Surfen und Sonnenbaden ein, während der malerische Coogee Walk fantastische Ausblicke auf die Küste bietet. Wer es ruhiger mag, findet in Manly Beach oder Watsons Bay perfekte Plätze zum Entspannen.

Kulinarik & Nightlife

Von trendigen Cafés in Surry Hills bis hin zu erstklassigen Restaurants am Darling Harbour – Sydney verwöhnt Feinschmecker mit frischen Meeresfrüchten und internationaler Küche. Am Abend locken angesagte Rooftop-Bars und gemütliche Pubs, die das Stadtleben perfekt abrunden.

Sydney ist eine Stadt, die begeistert – mit ihrer Vielfalt, Schönheit und entspannten Lebensart. Wer Australien besucht, sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen!

Canberra und Bittangabee Bay

Von der Hauptstadt in die Wildnis

Nach der lebhaften Metropole steht ein Besuch in Canberra, der Hauptstadt Australiens, an. Die Stadt ist ruhig, geordnet und bietet viele interessante Museen und Galerien. Besonders sehenswert ist das Australische Kriegsmuseum sowie das Parlament.

Danach wird es wieder wild: Die Bittangabee Bay im Ben-Boyd-Nationalpark bietet dir abgelegene Strände und atemberaubende Natur. Ein idealer Ort, um für ein oder zwei Tage den Alltag hinter dir zu lassen und die Ruhe zu genießen.

Wilsons Promontory

Australiens wilde Seite

„The Prom“, wie die Einheimischen Wilsons Promontory nennen, ist ein Highlight auf dem Weg nach Melbourne. Der Nationalpark begeistert mit spektakulären Wanderwegen, einsamen Stränden und einer reichen Tierwelt. Vielleicht entdeckst du Wombats oder Kängurus auf deiner Tour! Ein besonders schöner Ort ist der Squeaky Beach, dessen Sand unter deinen Füßen quietscht.

Fazit: Ein Roadtrip, der dich für immer verändert

Ein Roadtrip von Cairns nach Melbourne ist mehr als nur eine Reise – es ist eine Erfahrung, die dich bereichert und dich die Schönheit Australiens hautnah erleben lässt. Von tropischen Regenwäldern über endlose Strände bis hin zu pulsierenden Städten bietet diese Route alles, was dein Herz begehrt. Also, worauf wartest du? Dein Camper steht bereit, und das Abenteuer wartet auf dich!

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Von Sandy Cape über Wave Rock nach Esperance

Roadtrip durch Western Australia – Teil 2

Teil 1 findest du hier...

Unfassbare Weite, Mystische Felsen und türkisfarbene Buchten

Nach den intensiven Tagen in der Shark Bay wenden wir unseren Camper wieder gen Süden. Die Route führt uns zurück entlang der Küste, doch wir bleiben nicht lange auf bekannten Wegen. Stattdessen „hoppen“ wir von einer Bucht zur nächsten – Wir legen einen Zwischenstopp in Coronation Bay ein. Ein kleiner Campground mit dem Notwendigsten liegt direkt am Strand. Wir lassen die Seele baumeln und schauen den Kitesurfern zu. (Coronation Bay ist wegen seiner perfekten Winde ein äußerst beliebter Spot zum Kitesurfen.)

Am nächten Tag fahren wir weiter nach Süden und erreichen schließlich etwa 10 km nördlich von Jurien Bay Sandy Cape.

Schon die Anfahrt ist spektakulär. Weißer Sand, so hell, dass er fast blendet, zieht sich in endlosen Dünenlandschaften bis ans Meer. Das Wasser ist kristallklar, schimmert in hellen Türkistönen – fast zu schön, um wahr zu sein.

Wir wissen allerdings: Hier ist Vorsicht geboten. Quallen treiben im Wasser, und Schwimmen ist keine gute Idee, wie wir schmerzlich erfahren mussten. Doch selbst ohne ins Meer zu gehen, ist dieser Ort magisch. Am Abend stehen wir ganz allein in den schneeweißen Dünen, der Wind legt sich langsam, und vor uns versinkt die Sonne glutrot im Ozean, während hinter uns der Vollmond aufgeht. Ein Moment, der bleibt.

  

 

Durch den Wheat Belt – endlose Felder, endlose Gedanken

Die nächste Etappe führt uns in den Südwesten, hinein in den Wheat Belt von Western Australia. Diese Region ist das landwirtschaftliche Herz des Bundesstaates: riesige Getreidefelder, soweit das Auge reicht, Weizen, Gerste, Raps. Der Wheat Belt entstand Anfang des 20. Jahrhunderts durch massive Rodungen, um das Land landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Heute ist er eine der produktivsten Agrarregionen Australiens – aber auch eine Landschaft, die Monotonie ausstrahlt.

Die Fahrt zieht sich. Der Wind zerrt am Camper, die Straße scheint kein Ende zu nehmen. Kaum Abwechslung, kaum Orte, die zum Anhalten einladen. Die Zeit dehnt sich, Gedanken schweifen. Es ist eine dieser Strecken, die man nicht wegen ihrer Schönheit fährt, sondern weil sie Teil des Weges ist.

Ein weiterer Stopp ist nötig, bevor wir unser nächstes großes Ziel erreichen. Wir entscheiden uns für Northam, ein kleines Städtchen, das auf den ersten Blick wenig hergibt. Doch hier entdecken wir das Bilya Koort Boodja Centre – ein modernes, sehr eindrücklich gestaltetes Kulturzentrum, das die Geschichte, Lebensweise und Spiritualität der Nyoongar, der Aborigines dieser Region erzählt. Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Geschichten und Mythen vermitteln ein tiefes Verständnis dafür, wie eng die First Nations mit diesem Land verbunden sind. Es ist ein stiller, respektvoller Ort, der uns erdet, bevor wir weiterfahren. (Mehr dazu: https://www.bilyakoortboodja.com)

 

Wave Rock – ein steinerner Ozean

Dann, nach weiteren langen Stunden auf der Straße, taucht er plötzlich auf: Wave Rock. Und wir sind überrascht. Denn dieser Ort ist so viel mehr als die ikonische Welle, die man von Fotos kennt. Der gesamte Granitfelsen ist gewaltig – ein massiver Monolith, der sich über 15 Meter hoch und fast 110 Meter lang aus der Landschaft erhebt.

Der Fels ist rund 2,7 Milliarden Jahre alt. Wind, Regen und chemische Verwitterung haben ihn über Millionen von Jahren geformt, bis diese perfekte, eingefrorene Welle entstand. Die farbigen Streifen entstehen durch Mineralien, die durch Wasser ausgewaschen wurden – Eisenoxide, die dem Gestein seine rostfarbenen Nuancen verleihen.

Der kleine Campground am Fuß des Felsens ist liebevoll angelegt, überraschend komfortabel und bietet sogar einen kleinen Salzwasserpool – eine Wohltat nach der staubigen Fahrt. Am Abend steigen wir auf den Felsen, blicken über die Weite des Landes und erleben erneut einen dieser Sonnenuntergänge, die Western Australia so besonders machen: ruhig, weit, würdevoll.

Am nächsten Morgen wandern wir entlang des Fußes des Felsens. Erst hier wird uns seine wahre Dimension bewusst. Der Rundweg führt uns durch eine fast unwirkliche Landschaft, vorbei an salzverkrusteten Böden, zu einem Salzsee, dann am kleinen Flugfeld vorbei zurück zum Camp. Alles wirkt still, zeitlos, fast entrückt.

Bevor wir weiterfahren, machen wir noch einen Abstecher zu Mulka’s Cave, etwa 19 Kilometer nördlich von Wave Rock. Diese Höhle ist ein heiliger Ort der Noongar. An den Wänden finden sich jahrtausendealte Handabdrücke. Der Legende nach wurde Mulka, ein Junge mit schlechten Augen, von seinem Stamm ausgeschlossen, weil er bei der Jagd versagte. Aus Wut und Einsamkeit zog er sich in diese Höhle zurück. Seine Handabdrücke gelten als Zeichen seines Daseins – und seiner Trennung von der Gemeinschaft. Ein stiller, bewegender Ort, der Respekt einfordert.

 

Enttäuschung in Esperance

Voller Eindrücke fahren wir weiter nach Südosten. Unser Ziel: Esperance. Der Name klingt nach Weite, Einsamkeit, Traumstränden. Die Realität ist ernüchternd. Nach einem langen Fahrtag sind alle Campingplätze ausgebucht. Man schickt uns zu einem Overflow-Camp auf dem Showground. Schotter, eine einfache Toilette, kein Strom – und dafür 60 AUD! Die Enttäuschung sitzt tief.

Wir sind müde. Also schlafen wir erstmal.

Am nächsten Morgen zieht sich alles. Einkaufen, Tanken, Wasser entsorgen, Planen. Der Vormittag vergeht, ohne dass wir wirklich ankommen. Doch dann treffen wir eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweist: Wir fahren weiter – nach Cape Le Grand.

 

Cape Le Grand – ein Ort zum Verlieben

Die beiden offiziellen Campgrounds sind ebenfalls voll, doch ein paar Kilometer im Hinterland entdecken wir den Dunns Ecopark, ein Farmcamp unter Eukalyptusbäumen. Keine Parzellen, keine Hektik – nur Stille, Wind in den Blättern und Raum. Genau das, was wir brauchen.

Am nächsten Morgen starten wir zum Bay-Hopping. Schon die erste Bucht, Hellfire Bay, raubt uns den Atem. Selten haben wir etwas Vergleichbares gesehen. Sanfte Granitfelsen rahmen eine perfekte Bucht ein, der Sand ist schneeweiß und so fein, dass er unter den Füßen quietscht. Das Wasser leuchtet in allen Blau- und Türkistönen, glasklar, ruhig, einladend. Wir stehen lange einfach nur da und schauen. Perfektion.

Weiter geht es zur Thistle Cove. Über der Bucht thront der markante Whistling Rock. Der Wind pfeift durch feine Ritzen im Fels und erzeugt ein heulendes Geräusch. Ein heiliger Ort der Aborigines. Der Traumzeit-Legende nach weint hier eine Mutter um ihre Kinder, die von einem Adler ins Meer geworfen wurden, nachdem sie zwei Eier aus seinem Nest gestohlen hatten. Die Geschichte verleiht diesem ohnehin beeindruckenden Ort eine zusätzliche Tiefe, wir werden dieser Geschichte noch an anderer Stelle begegnen.

Der Tag endet in der Lucky Bay, einer endlosen, sanften Bucht. Ihren Namen verdankt sie Matthew Flinders, der hier 1802 anlandete und sich glücklich schätzte, einen so geschützten Ort gefunden zu haben. Wir spazieren über den weiten Strand, kochen unser Abendessen mit Blick aufs Meer und lassen den Tag langsam ausklingen.

Die Nacht auf dem Farmcamp ist still. Tief, ruhig, erholsam.

Am nächsten Morgen brechen wir direkt nach dem Frühstück auf, um den Frenchman Peak zu besteigen. Was auf der Karte wie eine überschaubare Wanderung aussieht, entpuppt sich schnell als echtes Abenteuer. Es gibt keinen klaren Weg, keine Stufen, keine Sicherungen – nur blanken Fels, der sich steil vor uns auftürmt. Teilweise klettern wir auf allen Vieren, suchen Halt mit Händen und Füßen, tasten uns Schritt für Schritt nach oben. Der Wind weht kräftig, die Sonne brennt auf den Fels, und das glatte Gestein verzeiht keinen Fehler. Jeder einzelne Schritt verlangt volle Konzentration.

 

Je höher wir kommen, desto weiter öffnet sich der Blick, bis wir schließlich eine große Höhle erreichen, hoch oben im Felsmassiv. Von hier aus liegt das gesamte Cape Le Grand unter uns: die geschwungenen Buchten, das schimmernde Meer, die endlosen weißen Strände – ein Panorama, das uns den Atem raubt. Stolz und Erleichterung mischen sich in diesem Moment, denn wir wissen: Diese Besteigung war nicht ungefährlich, aber sie hat sich gelohnt.

Der Frenchman Peak wirkt, als habe jemand auf die natürliche Erhebung noch einen weiteren gewaltigen Felsblock gesetzt. Der Traumzeitlegende der Noongar zufolge ist es der Adler selbst, der einst die beiden Kinder ins Meer warf, nachdem sie zwei Eier aus seinem Nest gestohlen hatten. Nun sitzt er hier oben, auf dem höchsten Punkt des Landes, und wacht darüber, dass sie niemals zurückkehren. Mit diesem Wissen bekommt der Berg eine zusätzliche Tiefe – und wir steigen schweigend wieder hinab, erfüllt von Ehrfurcht vor diesem Ort, seiner Geschichte und seiner rohen, ungezähmten Kraft.

Nach diesem Kraftakt erkunden wir den Le Grand Beach, kehren schließlich noch einmal zur Hellfire Bay zurück, schwimmen, liegen im Sand, sonnen uns. Es sind diese Tage, an denen nichts fehlt. Am späten Nachmittag sitzen wir wieder in unserem Camp unter den Eukalyptusbäumen, atmen den Duft ein und wissen: Cape Le Grand hat uns erwischt.

Hier, zwischen Granitfelsen, türkisfarbenem Wasser und endloser Weite, spüren wir diese tiefe Dankbarkeit, unterwegs zu sein. Genau hier. Genau jetzt.